Der Club ist tot, doch Rock’n’Roll stirbt niemals!
Zum Abschied legte Disc-Jockey und Techniker Alexander Novak noch zahlreiche flotte Nummern auf. Und die Tanzmäuse und -kater legten im Restaurant „Zum Feinsten“ in der Margaretenstraße noch ein paar kesse Sohlen auf’s Parkett … Da fragte man sich, warum „The first Vienna Rock’n’Roll Club“ für immer seine Pforten schloss. Vor allem angesichts der vollen Tanzfläche. „Das Feuer hat ein wenig nachgelassen“, erklärt Gründer „Boss“ Hans-Peter Chromy.
Vor 40 Jahren gründete der Josefstädter Chromy gemeinsam mit dem Floridsdorfer Novak und dem Donaustädter Johann „Joe“ Lindner „The first Vienna Rock’n’Roll Club“. Wenn die drei heute von ihrem Rock, vom Boogie sprechen, dann glänzen ihre Augen.
„20 Jahre lang trafen wir uns im Baumgartner Casino“, erinnert sich Chromy. Damals ließen die Rock’n’Roller wöchentlich das Parkett rauchen. Allerdings mit „normalen“ Figuren, Überschlag und Ähnliches tanzte man im Club nicht. Dafür waren auch stets zu viele Tänzer auf der Fläche: 300 bis 500 Tanzwütige kamen zur Hochblüte wöchentlich. Die „Rocker“ waren europaweit auch die ersten, die eine Rock-Zeitung veröffentlichten.
So erlangte „The first Vienna Rock’n’Roll Club“ Bekanntheit weit über die Landesgrenzen hinaus. Einmal kam sogar Chuck Berry zum Clubabend und spielt Live auf. Auch für Spotlight mit Peter Rapp arbeiteten die Rock-Club-Gründer mit. „Für die Stars übernahmen wir die Betreuung“, berichtet Boss Chromy der BZ. Fats Domino, Bill Haley und zahlreiche andere Rock-Größen erlebten sie so mit. Auch die Mojo Blues Band kam gerne für einen Live-Auftritt zu „The first Vienna Rock’n’Roll Club“ wie auch Charley und die Motorbienen.
Doch inzwischen haben die Club-Tänzer ein Durchschnittsalter von 70. Da zwickt’s schon mal und man kann nicht mehr so oft aufs Tanzparkett.
