"Immoos" heißt die neue Rettungsformel

Neues Liftevakuierungssystem der Tiroler Bergrettung wurde in der Schlick 2000 demonstriert

FULPMES/TELFES (tk). Auf den Punkt gebracht, kochte jedes Seilbahnunternehmen hinsichtlich der Bahnevakuierungen bisher sein eigenes Süppchen. Für viele dieser unterschiedlichen Lösungen laufen nun aber die Genehmigungen aus.

Erstmals landesweit einheitlich
Da passt es perfekt, dass jetzt landesweit erstmals eine einheitliche Vorgehensweise angestrebt wird. Die Bergrettung Tirol hat mit großem Einsatz von GF Peter Veider gemeinsam mit der Firma „Immoos“ nämlich ein neues, in der Form einzigartiges System entwickelt: „Dieses ermöglicht es, im Ernstfall die Evakuierung von Lifttrassen in lawinengefährdeten oder unzugänglichen Bereichen schneller und effektiver bzw. binnen der inzwischen vorgegebenen dreieinhalb Stunden durchzuführen“, informieren der Ortsstellenleiter der Bergrettung Vorderes Stubaital, Thomas Schöpf, und sein Stellvertreter Hansjörg Glatzl.

30 Personen geborgen
Nachdem ihre Mitglieder die Anwendung von „Immoos“ zuletzt intensivst geübt haben und im Rahmen der zweitägigen Ortsstellenleitertagung am Freitag im Fulpmer Gemeindesaal schon theoretisch in die Materie eingeführt wurden, wurde das neue Liftevakuierungssystem tags darauf im lawinengefährdeten Bereich der oberen Sektion der Kreuzjochbahn praktisch vorgeführt.Schöpf und Glatzl: „Diese Veranstaltung zeigt auch den hohen Schulungseinsatz unserer Bergretter und das Engagement unserer Organisation zur Sicherheit der Alpinsportler. Die neue Entwicklung gewährleistet außerdem, dass künftig geschulte Bergretter auf entsprechend ausgerüsteten Liftanlagen eingesetzt werden können. Ein Drittel der Bahnen in Tirol hat das neue System schon übernommen.“

Wie eingangs erwähnt, erfolgte die Präsentation der Neuerungen am Samstag: 25 Mitglieder der Bergrettung Vorderes Stubai bargen rund 30 Personen aus den Gondeln. „Wäre jede Kabine voll besetzt, wären es gut zehnmal mehr, das wäre für das Liftunternehmen alleine nicht lösbar“, erklärte Christian Stern.

Der Betriebsleiter der Schlick 2000 spricht von einer guten Zusammenarbeit: „Die Bereitschaft, in der Freizeit zu retten und zu helfen ist glücklicherweise groß. Dass eine Bergung professionell abläuft, ist ja auch für jeden wichtig.“ Den anwesenden Ortsstellenleitern konnten die komplexen Bergesysteme jedenfalls optimal präsentiert und gezeigt werden. Bewiesen hat man gleichzeitig auch, dass die Bergrettung den ständig steigenden Anforderungen gewachsen ist.

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