Tulln: Angst vor dem Hunde-Killer
„Burli“ starb nach Ausflug in der Freilaufzone qualvoll
¶TULLN. „Was, Sie trauen sich dort noch hinein?“, fragt ein Herr mit Hund entrüstet und zeigt auf die verwaiste Hundefreilaufzone in der Nähe des Friedhofes.
Angst und Schrecken machen sich unter den Hundebesitzern breit, denn ein Hund soll auf dem Spielareal vergiftet worden sein. Wo früher Vierbeiner gespielt und herumgetollt haben, herrscht nunmehr gähnende Leere. „Burli“ ist nach dem Spiel in der Hundefreilaufzone „einem qualvollen Tod zum Opfer gefallen. Geplagt von Krämpfen und Schmerzen, die ihn gequält haben“, steht in den Briefen, die neben zahlreichen Kerzen und Blumen in der Tullner Hundeauslaufzone aufgestellt worden sind. Der Appell an alle Hundebesitzer „Bitte passt auf eure Lieblinge auf!“ liegt direkt neben den Fotos des verstorbenen Hundes.
Bei Verdacht auf Vergiftung sofort zum nächsten Tierarzt
„Auf Panikmache zu verzichten“ ersucht Tierärztin Andrea Schmidl von der Tullner Kleintierambulanz. „Wir können eine Vergiftung bei einem Tier nur dann feststellen, wenn wir dieses innerhalb von zwanzig Minuten untersuchen“, weiß sie, „was in diesem Fall nicht passiert ist.“ Sie appelliert an die Hundebesitzer, bei Verdacht zum nächsten Tierarzt zu gehen. Um derartige Vorfälle zu vermeiden, empfiehlt Schmidl, den Vierbeiner bei einem Spaziergang immer im Blick zu haben und notfalls einen Beißkorb anzulegen.
Kommentar
Panik macht sich derzeit in Tulln breit. Ein Vierbeiner soll nach dem Spiel in der Hundeauslaufzone qualvoll gestorben sein. Wurde er vergiftet? Ist dieser Fall ein Beweis dafür, dass Hundegegner auch die eigens geschaffenen Hundezonen nicht respektieren? Vielleicht. Ins Rampenlicht rücken sich derzeit beide Parteien. Zum einen die Person, die in der Zone Gift ausgestreut haben soll und damit vielleicht zeigen will, dass auch dieses geschützte Plätzchen künftig für Hunde nicht mehr sicher ist. Und auch die andere Partei, die alle Hundebesitzer auf die elendiglichen Verhältnisse aufmerksam macht und an sie appelliert, die Vierbeiner unter Obacht zu halten. Wenn jedoch der Hund, unser Freund, die Freizonen nicht mehr genießen kann, ohne in Lebensgefahr zu schweben, dann stellt sich die Frage, ob sich diese Plätze überhaupt noch rechnen. Dann wäre gut daran getan, gleich einen Friedhof draus zu machen.

Als einer der Tierärzte, die vergeblich um das Leben des Schäferhundes kämpften kann ich die Angst, Trauer und Wur der Tierhalterin gut verstehen. Es ist richtig, dass nicht nachgewiesen werden konnte, dass der Schäferhund vergiftet wurde, und freilich auch nicht, mit welcher Substanz. Aber es haben viele Symptome auf eine Vergiftung hingewiesen und ist eine Infektionskrankheit wahrscheinlich nicht vorgelegen. Auch war der Hund ordnungsgemäß geimpft. Auch ich rate, keine Panik zu verbreiten, das hat die Tierhalterin aber auch nicht getan, aber doch sehr vorsichtig zu sein.
DDr. Holger Herbrüggen