Polizisten-Mord angekündigt

Er sieht sich selbst als der „Rächer von Gloggnitz“ und entwickelte mit den Jahren offenbar einen unbändigen Hass auf den Beamtenstaat. Vorigen Donnerstag bekam er Besuch von einem Polizeiaufgebot, nachdem er zuvor bekannt gab, einen Polizisten ermorden zu wollen.

GLOGGNITZ. Im nachbarschaftlichen Umfeld wird der ehemalige Unternehmer längst mit Vorsicht betrachtet, weil er, wie man weiß, leicht auf die Palme zu bringen ist, und auch schnell mit äußerst rüden Beschimpfungen um sich wirft. Aber gegen Ende der Vorwoche hat der Pensionist den Bogen etwas überspannt.
Er gab in Gesellschaft bekannt, dass er sich eine Waffe nehmen und einen Polizisten erschießen werde. Dem Rentner wurde gut zugeredet und erklärt: „Wenn‘s das tun, kommen‘s ja ins Gefängnis.“ Aber das soll ihn herzlich wenig gekümmert haben. Stattdessen machte er deutlich, dass er sicher nicht ins „Häfn“ marschieren werde. Die Drohung wurde nicht auf die leichte Schulter genommen und umgehend die Polizei eingeschaltet. In der Nachbarschaft verfolgte man gespannt das Schauspiel, als einige Polizeiwagen vorgefahren sind.

Flinten und reichlich Munition

Danach ging‘s an eine Durchsuchung des Hauses, wobei mehrere Schusswaffen, darunter 10 Gewehre, etliche Schuss Munition und eine Armbrust mit Zielfernrohr sichergestellt wurden.
Wie Erhebungen ergaben, besitzt der Rentner - er ist auch passionierter Jäger - sämtliche Waffen legal. Trotzdem bleibt er vorerst entwaffnet. Ein Polizeibeamter: „Das vorläufige Waffenverbot gegen ihn bleibt aufrecht.“ Die Staatsanwaltschaft entscheidet letztlich, ob und wann er wieder Flinten in die Hände bekommt.
Und das Motiv für den Ausraster? Ein Disput um Grundstücksgrenzen soll den Gloggnitzer zur Weißglut gebracht haben. Wie einige Leute, die ihn kennen, wissen wollen, bezeichnet sich der Rentner gerne als „Rächer von Gloggnitz“. „Er hat einen Hass auf Beamte entwickelt und schimpft über sie bei jeder Gelegenheit“, war zu hören. Auch der ehemalige SPÖ-Bürgermeister, Werner Müllner, hatte bereits eine unheimliche Begegnung mit dem Pensionisten: „Er wollte mich einmal schubsen.“

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