KW Sellrain-Silz: Baubeginn voraussichtlich Ende 2010
Tiwag bastelt an Umweltverträglichkeitserklärung Zahlreiche Verträge
Die Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz soll ausgebaut werden. Zuerst muss die Tiwag eine dicke Umweltver-träglichkeitserklärung (UVE) vorlegen. Läuft alles rund und gehen die Kraftwerksgegner leer aus, wird ab 2011 gebaut.
SILZ (hwe). Seit 1981 ist Tirols größtes Wasserkraftwerk in Betrieb. Sellrain-Silz befriedigt 12,6 Prozent der Nachfrage im Land. Der Startschuss für den Ausbau ist im Oktober 2006 gefallen, als die Landesregierung das Erweiterungsprojekt genehmigt hat. Widerstand gab es zunächst im Stubai- und Gschnitztal sowie beim Alpenverein. Worauf die Tiwag-Planer das Projekt im Sinne des Naturschutzes nachgebessert bzw. abgespeckt haben. Die jüngste Planungsvariante findet inzwischen großteils Akzeptanz, etwa im Ötztal.
Öffentliches Interesse
Tiwag-Projektleiter Heinz Pliessnig und sein Team stecken ihre Energie heuer in diverse Vorleistungen. Es geht darum, die Rahmenbedingungen für den Erweiterungsbau zu erfüllen. Größte Hürde ist die Umweltverträglichkeitsprüfung dazu muss der Projektwerber eine dreiteilige Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) abliefern. Es geht darum, öffentliches Interesse darzulegen und zu begründen, war um dieser Bau notwendig ist, erklärt Pliessnig. Die Stromnachfrage in Tirol spiele ebenso eine Rolle wie die Klimadebatte. Das Kraftwerk ist auch ein Beitrag zur CO‚-Reduktion. Es geht um 200.000 Tonnen jährlich.
Gutachten und Entschädigungen
Pliessnig spricht von einem technisch guten und sinnvollen Projekt. Vorerst muss er sich um 16 umfassende Gutachten kümmern. Etwa um das so genannte Wasserstandsgutachten. Die Fragen: Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Wasserstandsmengen? Sind die Auswirkungen der Eingriffe beim Kraftwerksbau messbar? Wenn ja, wie kann man zum Beispiel bei einem Feuchtgebiet gegensteuern? Die Grundbesitzer erwarten natürlich entsprechende Entschädigungen. Das muss alles ausverhandelt werden, schildert der Projektleiter. Wir reden auch über so genannte Talschaftsverträge.
Zur Sache
Sellrain-Silz
Baubeginn 2011
Derzeit sind die behördlichen Genehmigungsverfahren im Gange. Grünes Licht für den Erweiterungsbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz erwartet die Tiwag Ende 2010. Baubeginn wäre dann Mitte 2011. Nach einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren könnte das Kraftwerk ab 2016 im Vollbetrieb laufen.
Kosten
Das Investitionsvolumen liegt bei 370 Mio. Euro.
Regionale Wertschöpfung
30 Prozent der Wertschöpfung beim Bau des Kraftwerks sollen in Tirol bleiben. Zehn Prozent des Auftragsvolumens soll an lokale Firmen vergeben werden.
Stromproduktion
Die Kraftwerksgruppe liefert bisher 781 GWh, dazu kommen 224 GWh ab 2016. Die Gesamtmenge entspricht einem Sechstel des Stromverbrauchs in Tirol.
