Weltrekord auf der Europabrücke: "Sowas taugt dem Papa!"
Strongest Man Franz Müllner hielt das Bungy-Seil in Händen, als sich sein Freund Klaus Jegg die furchteinflößenden 192 Meter in die Tiefe stürzte!
SCHÖNBERG (tk). Seit Anfang 2002 gibt es auf der gigantischen Europabrücke eine der spektakulärsten Bungy-Stationen der Welt! Den Mut zu fassen, sich hier die 192 Meter in die Tiefe zu stürzen, ist die eine Sache, das Bungy-Seil in Händen zu halten, während der Kumpel springt, aber schon eine ganz andere! Freitagmittag lag an der Europabrücke also noch mehr Adrenalin in der Luft als sonst! Sogar Bungy-Chef Rupert Hirner, der selbst schon eine Reihe spektakulärer Aktionen geliefert hat und den somit eigentlich nicht viel aus der Ruhe bringen kann, war angespannt. Grund der Aufregung: Franz Müllner aus Tamsweg im Lungau, seines Zeichens Strongest Man, wagte gemeinsam mit seinem Freund Klaus Jegg aus Bischofs-
hofen im Pongau einen außergewöhnlichen Weltrekordversuch: „Wir kennen uns vom Training und haben zusammen an verschiedensten Events teilgenommen. Da wurde die Idee geboren.“
Idee wurde aus Wette geboren
„Das traust du dich nie“, meinte Müllner noch zu seinem Kumpel, doch der wollte das so nicht auf sich sitzen lassen und ging auf die Wette ein, sich ohne Sicherung in die Tiefe zu stürzen! Generalprobe gab es keine, aber vorbereitet hat sich der 41-jährige Kraftlackl sehr wohl und das wochenlang: „Trotzdem ist das heute hier eine extreme Geschichte. Ich bin nervös, aber jetzt gibt es kein Zurück mehr. Heute ist der Tag X – dahin geht‘s und fertig!“, so Müllner kurz vor der Stunde Null. Dazu muss man wissen, dass der 135-Kilo-Protz in Sachen Weltrekorde kein unbeschriebenes Blatt ist: „Ich habe in Peking mal ein 700 kg schweres Auto in vier Minuten und 20 Sekunden neunmal um die eigene Achse gedreht, zudem halte ich den Weltrekord im Helikopterlanden: In Mexico City hatte ich eine halbe Minute lang einen 700 kg schweren Hubschrauber auf meinen Schultern. Aber was Bungy angeht, ist das heute mein erstes Manöver – geil! Solche Dinge taugen dem Papa!“ Ganz ohne zusätzlichen Rückhalt wollten die Verantwortlichen das Ganze dann zwar doch nicht über die Plattform gehen lassen, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass der Weltrekord geglückt ist! Nachdem die beiden Salzburger ordnungsgemäß gesichert waren, ging es ans Eingemachte. Jegg nahm‘s gelassen: „Ich bin erstaunlicherweise relativ ruhig und vertraue Franz sowieso vollkommen. Immerhin zahlen andere viel Geld, um hier hinunterspringen zu dürfen.“ Der Strongest Man brachte sich in Position, der 44-Jährige ebenfalls und nach einem kräftigen 5,4,3,2,1 – Bungeeeeee-Countdown sprang er.
„Ich dachte, es zerreißt mich!“
Einen kurzen, mucksmäuschenstillen Moment später begann sich das Seil zu spannen und das Gesicht des hochkonzentrierten Müllner ebenfalls! „Ein Urschrei muss sein“, wird er nach geglückter Mission sagen und der war trotz des starken Verkehrs auf der Europabrücke laut und deutlich zu hören! Nach wenigen Sekunden war alles vorbei und der Extremsportler überglücklich: „Ein Wahnsinnsgefühl! Wunderschön! Ich habe zwischendurch gemeint, mir zerreißts den Körper und die ‚Bratzen‘ schmerzen auch ein bisschen, aber es war einfach sensationell! Danke auch dir, Rupert, solche Aktionen mache ich nur mit Profis!“
Nur Lob auch von den Ortschefs
Zeuge des Spektakels waren auch Bgm. Hermann Steixner und sein Stellvertreter Peter Huter. Die beiden loben die Bungy-Station als Attraktion und „totale Bereicherung“ für Schönberg: „Rupert ist ein sehr angenehmer Partner, wir pflegen ein gutes Auskommen. Er fördert beispielsweise auch den SV Schönberg, tolle Sache!“

