Schielefest: Querschuss aus St. Pölten

Verstößt die Wienerwaldregion mit dem Schielefest gegen das Urheberrecht? Ja, sagt Eva Brenner und überlegt rechtliche Schritte.

ST. PÖLTEN/NEULENGBACH (wp). Verärgert zeigt sich Eva Brenner im Gespräch mit den Bezirksblättern. In Neulengbach, so die Künstlerin, würde heuer in ein Schielefest über 180.000 Euro gepumpt werden, das wäre „ungerecht gegenüber den Erfindern dieses Events“. Die Veranstalter schmücken sich mit fremden Federn, denn eigentlich wäre sie, Brenner und ihr Team, kreative Urheber des Fests. Immerhin hätte sie in der Vergangenheit in Neulengbach und Tulln aktionistisches Theater und Kunstperformance zum Thema Schiele geboten, hätte dafür aber vergleichsweise wenig öffentliche Fördergelder erhalten. Brenner behalte sich rechtliche Schritte wegen Verletzung des Urheberrechts vor. Brenner und ihre Theatergruppe gerieten sowohl mit den Neulengbacher als auch den Tullner Stadtvorderen in Konflikt und fühlten sich aus den Städten „vertrieben“. Nun hat man in der Landeshauptstadt eine neue Heimat gefunden. Allerdings: Auch hier fließt der Zaster nicht im Übermaß und schon gar nicht im Bereich von Summen, wie sie in den Wienerwald gehen. Abgesehen davon, steht es noch gar nicht fest, ob das Schielefest in St. Pölten überhaupt stattfindet. „Es gab erst einen Gesprächstermin“, verlautbart Martin Koutny, seines Zeichens Pressesprecher des St. Pöltner Bürgermeisters, „die Verhandlungen sind noch im Gange, man dürfe noch keine Details verlautbaren.“

Keine EU-Fördergelder für Brenner
Brenner schielt in St. Pölten auf EU- und Landesfördermittel. Im Büro von Landesrätin Bohuslav winkt man ab: „Regionalförderung in Höhe von 183.000 € wie sie im Zusammenhang mit dem Schielefest in die Wienerwaldregion fließen, gebe es nicht für St. Pölten.“ Derartiges sei de jure nicht vorgesehen, sondern nur für den ländlichen Raum.
Leadermanager Matthias Zawichowski ist erstaunt: „Ich sehe rechtlichen Schritten von Frau Brenner gelassen entgegen. Falls das Urheberrecht verletzt werden sollte, könnten wir das Festival auch in ‚Schiele-Zyklus‘ umbenennen, da es eine Reihe von Veranstaltungen in der Region gibt.“

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