Rudle: Steine schmeißende Jugendlichen auch hier möglich
Kabarettist Gerold Rudle macht die jetzige Gesellschaftlage Sorge, er hofft aber auf ein Happy-End.
ST. PÖLTEN (wp). „Was mich mit St.Pölten verbindet“, wiederholt Kabarettist Gerold Rudle die Frage des Bezirksblätter-Redakteurs, „ja, ich habe hier mein erstes Engagement gehabt. Am Landestheater spielte ich, nach meiner Ausbildung am Volkstheater, den Zwerg Nase, dann den Don Carlos, manchmal wackelte ich als Statist im Operettenchor.“ Es sei damals ein schweres Brot gewesen, so der scharfzüngige Künstler. Aber auch heute hätten es Künstler „überhaupt nicht leicht“. Viele Gemeinden und Veranstalter reduzierten ihr Kunstengagement. „Die Sponsoren agieren äußerst zurückhaltend. Bei Gagen haben Künstler ja nicht nur eine Nulllohnrunde, sondern auch Negativlohnrunde.“Da müsse man auch andere Wege einschlagen. Seine Partnerin Monika Weizettel restauriert „wunderschöne Möbel“. „Sie hat neben der Bühne eine weitere, handwerkliche Schiene gefunden“, so Rudle, der am 29. Februar in Böheimkirchen mit seinem neuen Programm „Taktgefühl“ auftritt (siehe Veranstaltungskalender). Engagiert hat ihn sein langjähriger Freund, Remi Rabiega von „bestmanagement“: „Er kam ja über uns zum Veranstaltungswesen, denn eigentlich ist er ja Sozialarbeiter“, moniert Rudle. Der Names seines neuen Stücks ist schon Programm: „Es ist wichtig, dass die Menschen wieder mehr Taktgefühl im Umgang miteinander haben. Denn wenn das alles so weitergeht, werden bei uns auch bald auf der Straße Steine geschmissen. Und das wäre fatal! Aber ich bin Optimist und glaube, dass alles gut wird.“
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