Verwöhnprogramm für einen Opa

Es ist mir immer eine besondere Freude, wenn wir gelegentlich in Freising sind und dort von den Kindern ein bisschen verwöhnt werden. Dazu zählt nicht nur die Sorge um unser leibliches Wohl, sondern auch das Drumherum, das Beiprogramm.

Für mich gehört die kostenlose Haarpflege dazu, wenn ich mich nach dem Essen auf ein kleines Schläfchen ins Wohnzimmer zurück ziehe. Viel Schlaf finde ich allerdings nicht, denn kaum habe ich mich hingelegt, höre ich, wie meine Enkeltochter ins Zimmer schleicht. Wenig später spüre ich, wie die Borsten ihrer kleinen Haarbürste mir durch die grauen Haare fahren, zuerst sachte und dann etwas kräftiger. Dabei geht zwar regelmäßig mein Scheitel verloren, aber das stört mich nicht, weil das sanfte Striegeln mich schnell versöhnt.

Nach dem Haarekämmen kommen die Clipse an die Reihe, um mein glattes Haar etwas in Schwung zu bringen. Das zwickt zwar manchmal etwas beim Eindrehen oder beim Verschließen der Clipse, aber was ist das schon im Vergleich zu dem wohligen Gefühl, das mich dabei beschleicht. Nur einmal ist es bisher vorgekommen, dass meiner Enkeltochter ihr eigenes Werk nicht zu gefallen schien. Plötzlich hörte ich sie sagen: "Opa, du siehst blöd aus!" Klar, dass mich das etwas aufschreckte, aber kaum merklich. Schließlich bin ich mir immer sicher, auch nach der Behandlung wieder einigermaßen gesellschaftsfähig auszusehen.

Diesmal aber gab es noch ein Extra, wahrscheinlich wohl anlässlich meines besonderen Geburtstages kurz davor. Meine Tochter übernahm den nächsten Programmteil. Sie wollte mich weiter verwöhnen mit einer glättenden Pflegemaske, die erste Fältchen mindern soll. Erst reagierte ich etwas ablehnend, aber mein Widerstand erlahmte schnell, als ich die kühlende Creme auf meiner Haut und die streichelnden Hände meiner Tochter spürte. Schließlich ertrug ich auch noch die beiden Pads auf meinen Augen und die beiden Harribo-Brocken als Beschwerer!

Mein Glück vollkommen machte dann wieder meine Enkeltochter, als sie mir aus einem Kinderbuch etwas vorlas, um mir zu zeigen, wie gut sie das schon im 1. Schuljahr gelernt hatte. Dabei kuschelte sie sich eng an mich und sorgte so für die richtige Wärme in dem Nest, das wir beide bildeten. Ich glaube, dass diese angenehme Nestwärme bald meine Augen wieder schwer werden ließ, denn mein Mittagsschläfchen war ja mal wieder etwas zu kurz geraten ...

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10 Kommentare zum Beitrag
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Heinrich Kaller aus Stockerau am 15.02.2012 um 14:49 Uhr  
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Axel Haack aus Salzburg am 15.02.2012 um 15:59 Uhr  
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Anni Traxl aus Landeck am 15.02.2012 um 17:00 Uhr  
5.092
Axel Haack aus Salzburg am 15.02.2012 um 17:02 Uhr  
6.101
lieselotte fleck aus Wien-11 Simmering am 15.02.2012 um 19:22 Uhr  
5.092
Axel Haack aus Salzburg am 15.02.2012 um 20:18 Uhr  
6.101
lieselotte fleck aus Wien-11 Simmering am 15.02.2012 um 20:35 Uhr  
7.844
Friederike Kerschbaum aus Neusiedl am See am 15.02.2012 um 20:39 Uhr  
5.092
Axel Haack aus Salzburg am 15.02.2012 um 20:50 Uhr  
2.241
Brigitte Müller aus Schwechat am 16.02.2012 um 07:50 Uhr  
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