Saisonauftakt für die „sanfte Kunst“
Mit einer Wettkampfgala am Samstag und Wettkämpfen in Brazilian Jiu-Jitsu und Duo-Kata am Sonntag startete das Budo-Center Weinviertel in eine neue und sicher wieder erfolgreiche Saison.
Jiu-Jitsu, die „sanfte Kunst“, ist ein viele Techniken aus anderen Kampfsportarten kombinierender Kampfsport und ein Selbstverteidigungssystem. Im Unterschied zu Systemen, bei welchen Schlag- und Tritttechniken überwiegen (Karate, Taekwondo) oder Systemen, bei denen hauptsächlich Wurf- und Hebeltechniken (Judo, Ringen) ausgeführt werden, kommt es beim Jiu-Jitsu auf die effektive Kombination dieser Elemte an. Diese Kunst, sich mit Schnelligkeit und List gegen weitaus stärkere Gegner zu verteidigen, entstand einer Legende nach um das Jahr 1650 in Japan durch einen Chinesen.
Mit Sportlern aus Brasilien, Chile, Frankreich, Irland, Polen, Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechien und Österreich gelang es Erich Schmidt, Obmann des Budo-Centers, das größte österreichische derartige Wettkampfspektakel zu organisieren, „Wir wollen mit dieser Veranstaltung den Leuten nahebringen, dass Jiu-Jitsu in all seinen Erscheinungsformen nichts mit Brutalität zu tun hat“, erklärt er. „Natürlich geht es bei den Wettkämpfen darum, den Gegner körperlich zu besiegen. Trotzdem sind die Kämpfe ästhetisch beziehungsweise durch die Bank schön anzusehen. Speziell beim sogenannten Duo-Kata kommen die artistischen Segmente voll zur Geltung und diese Kämpfe oder Vorführungen sind beim Publikum sehr beliebt.“
Am vergangenen Wochenende wurden in der Ziersdorfer Mehrzweckhalle Kämpfe in „Brazilian Jiu-Jitsu“ und „Kata“ ausgetragen. Das Brasilianische Jiu-Jitsu ist eine südamerikanische Variante des Judo und konzentriert sich auf den sportlichen Bodenkampf ohne Schläge und Tritte. Patrick Pichler aus Oberrußbach ist einer der international erfolgreichen Sportler des Budo-Centers Weinviertel in dieser Jiu-Jitsu-Variante.
700 Zuschauer
Mit über 700 Zuschauern und über 330 aktiven Kampfsportlern war zwei Tage lang für eine volle Halle gesorgt. Am Samstag bei der Gala konnten von den Veranstaltern auch viele prominente Gäste aus den Bezirken Hollabrunn, Tulln und Korneuburg begrüßt werden. Die Gala sollte auch dazu dienen, den Besuchern die positiven Aspekte dieser Sportart zu vermitteln. Egal, ob Brazilian, Kata oder Kick-Boxen - bei allen Vorführungen war unschwer zu erkennen, dass es in erster Linie auf Körperbeherrschung und Disziplin ankommt. Für den Zuschauer am eindrucksvollsten zeigte sich dies auch in Ziersdorf beim „Kata“. Das Wort Kata bedeutet so viel wie Form oder Zeremonie. Im Kampfsport steht es für genau festgelegte Technikabfolgen zum Zwecke der Demonstration und Verinnerlichung. Es geht aber nicht nur um die Erlernung und Vervollkommnung der Techniken, sondern in erster Linie um die geistige und seelische Weiterentwicklung des Sportlers. Da Jiu Jitsu nicht bloß ein Wettkampfsport ist, sondern die Aspekte der Selbstverteidigung und körperlichen Ausbildung große Bedeutung genießen, eignet sich dieser Sport speziell für Kinder. Daher liegt der Schwerpunkt der Vereinsarbeit des Budo-Centers Weinviertel auch im Nachwuchsbereich. Das Budo-Center Weinviertel wurde von Ehrenpräsident Hannes Bauer, Obmann Erich Schmidt und Trainer Werner Vlcek, 3. Dan, gegründet. Der Verein zählt heute zu den erfolgreichsten Jiu-Jitsu-Vereinen Österreichs. Trainiert wird in Ziersdorf dreimal wöchentlich und ein „Einstieg“ ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist jederzeit möglich. Obmann Erich Schmidt ist für nähere Auskünfte unter der Telefonnummer 0676 6368182 erreichbar.

