Bezirks-VP gegen Bim auf Schiene
Stattdessen will man bestehende Mühlkreisbahn doch bis Aigen attraktiver machen
Die Modernisierung der bestehenden Bahn ist die kostengünstigste und am raschesten umsetzbare Variante für eine leistungsfähige Mühlkreisbahn ist die Erkenntnis der Bezirksklausur der ÖVP.
„Ich glaube, dass in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Variante Mühlkreisbahn neu zu den kolportierten 160 Millionen in nächster Zeit nicht realisierbar ist. Daher hat sich die Bezirks-VP für die rasche Modernisierung der bestehenden Bahn ausgesprochen, da dies mit rund 40 Millionen viel günstiger und rascher umsetzbar wäre“, ist Bürgermeister Hubert Hartl überzeugt. Er ist Obmann des Gemeindeverbandes für den Regionalverkehr Oberes Mühlviertel. In dem vom Parteivorstand abgesegneten Arbeitspapier wird eine attraktive, moderne, für die Zukunft gesicherte Mühlkreisbahn in der gesamten Länge mit vertretbarem Mitteleinsatz gefordert.
Güterverkehr weiter ermöglichen
„Die Bahn soll Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und für die Menschen deutlich attraktiver sein, sowie den Anforderungen der Tourismusregion gerecht werden und in Zukunft wieder einen Güterverkehr ermöglichen“, heißt es darin. Busse sollen Zubringer zur Bahn sein. Auch der Obmann des Böhmerwaldregionstourismus, Bernhard Hain, spricht sich für die VP-Variante aus. Im Büro von Landesrat Kepplinger wollte man zum Gegenwind für das SP-forcierte Straßenbahn-Projekt keine Stellungnahme abgeben. Man kenne das Papier noch nicht. Für Pressesprecher Richard Held ist die Mühlkreisbahn neu nach Rohrbach weiterhin die vernünftigste und billigste Variante. Auch die zeitliche Realisierung des Projekts sei laut Held realistisch.
Das Ergebnis, einer beim Linzer Planungsbüro ILF in Auftrag gegebenen Planungsvorstudie, soll in drei Monaten feststehen. Auch SP-Bezirkssprecher Dominik Reisinger hörte die Bezirks VP-Vorstöße Richtung „Mühlkreisbahn modernisieren“ statt „Straßenbahn neu“ zum ersten Mal. Er wollte sich daher noch nicht dazu äußern.
Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz sagt: „Seit Jahren kämpfen die Grünen für die Attraktivierung und Beschleunigung der Mühlkreisbahn. Wir begrüßen daher die deutlichen Aussagen der Bezirks-VP für eine rasche Attraktivierung der Bahn und sind gerne bereit, ihr unser Know-how zur Verfügung zu stellen.“ ZUGKUNFT-Sprecher Alois Hain freut sich, wenn sich nun auch die Bezirks-VP hinter den Erhalt der Mühlkreisbahn als Vollbahn stellt.
„Zügige“ Umsetzung wichtig
Seine Initiative fordert das seit langem. „Nun muss dies auch zügig umgesetzt werden, anstatt mit weiteren Studien und sinnlosen Regiotramplanungen, die in eine Sackgasse führen, Zeit zu verlieren und die Verkehrssituation so zu verschärfen, dass sie kurzfristig – noch vor Westring-Baubeginn – unerträglich wird“, appelliert Hain an die verantwortlichen Politiker.

Es ist ein ausgesprochen erfreuliches Zeichen, wenn sich die VP Rohrbach nun vehement hinter die Mühlkreisbahn als Vollbahn stellt und unter dem Titel „MÜHLKREISBAHN NEU – attraktiv und modern mit vertretbaren Mitteln“ eine moderne, mit vertretbaren Mitteln beschleunigte Mühlkreisbahn auf der ganzen Strecke – bis Aigen!! – befürwortet, die den arbeitenden und lernenden Menschen, der Tourismusregion und dem Erledigungsverkehr gleichermaßen Rechnung trägt. Auch der Güterverkehr soll in Zukunft weiterhin möglich sein und das obere Mühlviertel wird nicht vom österreichischen Schienennetz abgetrennt und mit der Tschechischen und der Iltztal-Bahn vernetzt. Eine verbesserte Umsteige- und Anschlusssituation in Linz ist kurzfristig, die Schienenanbindung an den Hauptbahnhof mittelfristig mitgedacht. Damit unterstützt ein wesentlicher Teil der politischen Vertretung des Bezirks unsere langjährigen Forderungen vollinhaltlich.
170 Mio für die Straßenbahn, die in Wirklichkeit bereits das Mehrfache kostet und die nichts besser kann, was die Mühlkreisbahn derzeit schon kann, werden in der angespannten finanziellen Lage von Bund und Land nicht zu bekommen sein. Weniger als die Hälfte davon aber würde reichen, um aus der Mühlkreisbahn eine moderne und wirtschaftliche Linie im Verbund eines Oö. Schnellbahnsystems zu machen und die Region aufzuwerten. Dafür steht ZUGKUNFT Mühlkreisbahn und ist bereit, daran mitzuwirken. Wir sind aber auch geneigt, unsere Politiker beim Wort zu nehmen, und hoffen, dass entschlossene Schritte in die eingeschlagene Richtung erfolgen.
Alois Hain, ZUGKUNFT Mühlkreisbahn