500 Unterschriften gegen Heim für Asylwerber
Reichersberg: Bürgerinitiative mobilisiert die Gegner des geplanten Heimes – Gebäude wird einer genaueren Kontrolle unterzogen
Vor rund drei Wochen wurden von der Caritas und dem Land OÖ bei einer emotionalen Podiumsdiskussion in Reichersberg die Pläne für ein Asylwerber-Heim vorgestellt.Während die Plattform M.u.T. eine nüchterne Diskussion fordert, machen die Gegner mit einer Unterschriftenaktion gegen das Heim mobil.
REICHERSBERG (tst). Über 500 Unterschriften hat die am 1. Februar gegründete Bürgerinitiative bereits gesammelt. „Es gibt eine moralische Verpflichtung zur Nächstenhilfe, aber es gibt keine moralische Verpflichtung, die Zeche für die Versäumnisse der Regierung in Sachen Asylpolitik zu übernehmen“, so Michaela Wolf, eine der drei Gründerinnen der Bürgerinitiative. Man werde alle zivilrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, denn man müsse die Ängste und Sorgen der Nachbarschaft ernst nehmen. Neben einer Facebook-Gruppe gibt es mittlerweile sogar eine eigene Homepage der Gegner des Asylwerberheimes.
Eigentlich wollte die Caritas Anfang dieser Woche bereits nähere Details über die weitere Vorgehensweise bekannt geben. Da die Gemeinde in der nächsten Woche aber eine feuerpolizeiliche Begehung im Gebäude durchführen wird, wartet die Caritas dieses Ergebnis noch ab.
„Das Gebäude ist bereits fast 40 Jahre alt und daher ist es für uns als Gemeinde Pflicht, das Gebäude einer genaueren Kontrolle zu unterziehen“, betont der Reichersberger Bürgermeister Bernhard Öttl. Es handle sich dabei um routinemäßige Untersuchungen. Sollte das Gebäude Schäden aufweisen, dann müsse der deutsche Vermieter reagieren oder eben nicht, so Öttl weiter. Würde das Heim für Asylwerber in seiner Gemeinde nun tatsächlich kommen, dann werde man das Beste daraus machen.
Dass im ehemaligen Gästehaus Hildegard schon bald 25 Asylwerber untergebracht werden, glaubt Marion Huber von der Caritas OÖ aber nach wie vor. Wann das genau sein wird, könne man noch nicht genau sagen, aber eine Aufnahme des Betriebes in den nächsten Monaten sei durchaus vorstellbar, so Marion Huber. Eine nüchterne, auch von humanitären Grundgedanken geleitete Diskussion, fordert Gottfried Gansinger, Sprecher der Plattform M.u.T. (Mut und Toleranz). „Dass angegeben wird, dass in der Gemeinde Reichersberg der Ausländeranteil fast bei zehn Prozent liegt, ist eine Unwahrheit.
Laut der Statistik Austria sind es lediglich 7,7 Prozent, davon 60,2 Prozent deutsche Staatsbürger“, sagt Gansinger und fügt hinzu: „Ich verstehe zwar die Ängste der Leute, aber die Asylwerber haben das Grundrecht auf Asyl-Gewährung. Sehr oft werden diese Personen mit Kriminalität und Gewalt in Verbindung gebracht. Es ist schlimm, darauf eine Argumentation aufzubauen. Wir von der Plattform M.u.T. sind für einen Dialog mit der Gemeinde Reichersberg und der Bürgerinitiative auf alle Fälle jederzeit gerne bereit.“

Sehr geehrter Herr Gansinger!
Schön, dass es Ihre Gruppe gibt, von der ich bis dato aber nocht nichts gehört habe. Wir stehen narürlich sehr gerne für Gespräche zur Verfügung. Ich bitte sie jedoch, sich vor einem Gespräch, über die Punkte der Bürgertinitiative und die örtlichen Gegebenheiten zu informieren. Denn es geht dabei nicht um Angst, sondern um Tatsachen. Mit keinem Wort, wird Straffälligkeit erwähnt. Auch die Ängste der Nachbarn (u.a. wegen Wertminderung Ihres Hab und Gutes, das schwer erwirtschaftet wurde) sind für uns wichtig, da es sich dabei, meines Erachtens um Existenzängste handelt. Eine Frage stellt sich mir jedoch, warum assoziiert die M.uT. das Wort Angst automatisch mit Kriminalität und Gewalt?????
Außerdem ist dieses Haus, wie die Nachbarschaft erst gestern wieder miterlebt hat, sehr baufällig (Wasserrohrbruch im Gästehaus - direkter Nachbar ohne Strom bei diesen Temperaturen!!!!).
Es gibt immer 2 Seiten bei einem Projekt dieser Art, das ist uns klar, aber auch wir sind keine Menschen 2. Klasse, oder?
Ich freue mich auf ein persönliches, sachliches Gespräch mit Ihnen und verbleibe mit freundlichen Grüßen Michaela Wolf