Handschuhe steuern Roboterarme
Pinkafeld: HTL |
HTL-Schüler entwickelten innovatives Projekt als Maturaarbeit
Wie lässt sich ein Roboter am besten fernsteuern? Und: Kann er unsere Bewegungen so gut simulieren, dass er auch für präzise Feinarbeiten eingesetzt werden kann? – Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich momentan die Maturanten-Teams der HTL Pinkafeld. Die Ergebnisse ihrer Diplomprojekte haben sie zu Österreichs größtem Schülerwettbewerb an Höheren Technischen Lehranstalten, dem Bosch Technik fürs Leben-Preis 2012, angemeldet.
HTL-AbsolventInnen sind in Österreich gefragte Fachkräfte. Während ihrer Ausbildung erlernen sie wichtige theoretische Grundlagen, schnuppern aber auch schon in das „echte“ Wirtschaftsleben hinein. In der HTL Pinkafeld wird auf diese Praxisnähe im Unterricht ein besonderes Augenmerk gelegt. Das zeigt sich auch in den zukunftsweisenden Ideen und im Engagement der Schüler bei Wettbewerben. Beim Bosch Technik fürs Leben-Preis beispielsweise, machen heuer zwei Teams aus der burgenländischen HTL bestehend aus vier Schülern mit. Sie haben dazu ihre Diplomprojekte angemeldet. Auf die Sieger wartet ein sechsmonatiges Berufspraktikum in der Bosch-Gruppe. „Die HTL Pinkafeld ist jedes Jahr beim Technik fürs Leben-Preis vertreten. Unsere Schüler wissen, wie wertvoll die Praktika bei Bosch unter anderem für Bewerbungen sind. Das motiviert!“, freut sich Projektleiter DI Thomas Schlaudoschitz.
„Nunchuk“ statt Joystick
Die Steuerung eines Roboters erfolgt in den meisten Fällen über Joysticks. Welche Fortschritte im digitalen Zeitalter möglich sind, stellt zurzeit ein Projektteam der HTL Pinkafeld mit dem Projekt „Greifarm-Roboter“ unter Beweis. Er wird sowohl über einen sogenannten „Nunchuk“-Controller - den man sonst von Wii Spielkonsolen kennt - als auch über einen mit Sensoren ausgestatteten Handschuh gesteuert. Während man mit dem stockförmigen „Nunchuk“ in der linken Hand das fahrbare Untergestell des Roboters steuert, simuliert der Greifarm die Bewegungen, die mit dem Handschuh an der rechten Hand ausgeübt werden. Die Daten werden per Funk übermittelt. Die am Roboter angebrachte Kamera sendet zusätzlich das Bild von der Umgebung auf einen Computer. Ziel ist es, die Steuerungsmöglichkeiten weiter zu entwickeln, sodass der Roboter in Zukunft sogar über ein Smart-Phone bedient werden kann. „Den Anlass für dieses Projekt hat die Nuklearkatastrophe in Fukushima (Japan) gegeben. Wir wollten einen Roboter-Arm entwickeln, der vor allem in gefährlichen, verstrahlten Räumen eingesetzt werden kann“, erklärt Projektleiter Thomas Schlaudoschitz. Als „Fleißaufgabe“ ermittelt der Greifarm zusätzlich die Temperatur und Luftfeuchtigkeit des Raumes, in dem er eingesetzt wird.
Einreichschluss am 30. April
Bis zum Einreichschluss des Bosch Technik fürs Leben-Preis am 30. April 2012 können die HTL Pinkafeld-Maturanten noch an ihren Projekten feilen. Insgesamt haben sich heuer 101 Projekt-Teams aus 22 österreichischen HTL zum Wettbewerb angemeldet. Die Siegerteams werden bei der Preisverleihung am 5. Juni 2012 gekürt. Die HTL Pinkafeld blickt hier schon auf eine erfolgreiche Bilanz zurück: bereits drei Siege konnten in den vergangenen Wettbewerbs-Jahren verbucht werden!
Was sich die HTL jetzt noch wünscht, sind mehr Mädchen an der Schule. Und das nicht nur, weil der Direktor dort eine Frau ist. Am jährlich stattfindenden Mädchentag – heuer am 9. Februar – können sich die weiblichen Besucher ein Bild von der Schule machen und womöglich mit dem einen oder anderen Maturanten über die spannenden Projekte reden, die schon bald beim Technik fürs Leben-Preis eingereicht werden.

