Perger Kurde fürchtet bei Abschub um sein Leben

Abdurrahman Bilgin

Am Montag entscheidet sich, ob Abdurrahman Bilgin bleiben darf

Er absolvierte Deutschkurse, trainierte im Sportverein und half freiwillig bei einem Sozialverein. Auch dem Staat sei er nie zur Last gefallen. Nun droht dem 29-jährigen Kurden Abdurrahman Bilgin aus Perg der Abschub.

PERG. Er fürchtet, als Kriegsdienstverweigerer bei einem Abschub ermordet zu werden. Über 50 Onkel, Tanten und andere Verwandte, die alle in Österreich leben, zittern jetzt dem 13. Februar entgegen. An diesem Tag entscheidet der Unabhängige Verwaltungssenat des Landes Oberösterreich, ob der 29-jährige Abdurrahman Bilgin bleiben darf.
Seit 2003 lebt der Kurde in Perg. „Kurden wurden immer wieder vom türkischen Militär ermordet. Deshalb habe ich als Bewohner einer Minderheit den Militärdienst verweigert. Muss ich zurück, fürchte ich ermordet zu werden“, hofft Bilgin in Perg bleiben zu können. Bilgin absolvierte Deutsch-Kurse, trainierte in einem Sportverein im Bezirk, darf aber nicht in der Fußball-Meisterschaft spielen. Er half auch schon freiwillig bei einem Sozialverein im Bezirk.

Asylplattform ersucht Politiker um Unterstützung für Bilgin

„Ich bin dem Staat in all den Jahren finanziell nie zur Last gefallen. Außer 14 Tage im Asyllager. Ich durfte auch ein Jahr legal arbeiten. Machte den Führerschein. All das ermöglichten mir meine Verwandten in Österreich“, versteht der Kurde nicht, warum gerade er jetzt abgeschoben werden soll. Bilgin gehört der Gruppe der Aleviten an. „Wir bekennen uns zur Humanität und Demokratie. Im Zentrum steht bei uns der Mensch. Die Scharia, das islamische Gesetz, lehnen wir ab“, stellt Bilgin im Gespräch mit der BezirksRundschau Perg klar. Nach zwei negativen Bescheiden setzt jetzt der junge Mann auf den Top-Anwalt Helmut Blum und seine Integration. Die Kanzlei, die auch Arigona Zogaj vertrat, übernimmt bei der Verhandlung am Montag, 13. Februar, seine Rechtsvertretung.
Inzwischen hat sich auch die Asylplattform Oberösterreich dieses Falles angenommen. Mitglieder der Plattform appellierten an Politiker, sich für Bilgin einzusetzen. Die Forderung der Asylplattform lautet: Wer über fünf Jahre unbescholten in Österreich lebt, integriert ist, muss bleiben können. Für die Aktivisten dieser Plattform ist klar: Lieber gut integrierte Asylwerber im Land arbeiten lassen, als neue Arbeitskräfte aus dem Ausland hereinzuholen.

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3 Kommentare zum Beitrag
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Robert Zinterhof aus Pabneukirchen am 10.02.2012 um 21:35 Uhr  
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Helmut Eder aus Haslach an der Mühl am 16.02.2012 um 20:23 Uhr  
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Robert Zinterhof aus Pabneukirchen am 16.02.2012 um 20:40 Uhr  
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