Frauenberatung braucht mehr Platz
Oberwart: Frauenberatungsstelle |
Die Frauenberatungsstelle Oberwart sollte seit Monaten umgezogen sein. Es heißt aber, bitte warten.
OBERWART (ms). Die Frauenberatungsstelle Oberwart hätte schon im Vorjahr neue Räumlichkeiten beziehen sollen, doch nach wie vor müssen die Mitarbeiterinnen am Emmerich Gyengye Platz beraten.
Räume sind zu wenig
„Die Beratungsnachfrage ist ungebrochen, doch die Raumkapazität ist mittlerweile schon zu knapp geworden. Wir müssen die vorhandenen Räume vorbuchen, damit es zu keinen Überschneidungen kommt. Kurzfristige Beratungswünsche sind quasi unmöglich geworden. Wir haben einfach zu wenig Beratungsräume“, schildert Leiterin Renate Holpfer. Insgesamt arbeiten in der Frauenberatungsstelle sechs Beraterinnen, es gibt aber nur zwei Beratungsräume und einen Gruppenraum. „Wir benötigen aber mindestens drei Beratungsräume, um einigermaßen das Auslangen zu finden. Darum hoffe ich, dass wir die neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Wasserbauamtsgebäude beziehen können. Geplant war der Umzug bereits für vorigen Sommer. Wir warten aber noch auf die Entscheidung von Landeshauptmann und Landesamtsdirektion, dass wir endlich umziehen können“, berichtet Holpfer.
Gespräche laufen
„Von unserer Seite ist alles bereit. Es gibt aber noch Schwierigkeiten, da die Räumlichkeiten auch vom Verein Roma genutzt werden sollen. Da müssten dann die Frauen, um zur Frauenberatung zu gelangen, durch den Warteraum des Vereins Roma gehen. Das ist natürlich alles andere als optimal. Es gibt aber Gespräche, um dieses Problem zu lösen. Wenn beide sich einigen, steht einem Umzug nichts im Wege“, erklärt Karina Ringhofer.
„Das sehe ich ein wenig anders, denn in den neuen Räumlichkeiten hat nur eine Beratungsstelle Platz. Auch der Verein Roma sieht das so. Es gebe einfach zu wenig Platz für beide und dadurch entstünde Konfliktpotential. Wir hätten keinen Warteraum und auch keinen Platz für ein Archiv. Darum müsste das Land entscheiden, ob sie den Verein Roma oder uns dort einziehen lässt. Für die 2. Beratungsstelle wäre ein neuer Platz zu finden“, so Holpfer.
Wichtige Präventionsarbeit
„Wir federn im Jahr über 100 soziale Notlagen ab und leisten dadurch eine enorm wichtige Präventionsarbeit. Dadurch müssen andere Institutionen erst gar nicht tätig werden. Auch mit dem AMS arbeiten wir gut zusammen und am neuen Standort könnte ein Beratungszentrum entstehen, das Synergien entwickelt“, meint Holpfer.
Insgesamt wurden 2011 fast 5.000 Beratungs- und Informationskontakte abgewickelt. „Die Bandbreite ist sehr vielschichtig und reicht von persönlicher Veränderung über Gewalt bis hin zu Sicherhung der sozialen Existenz“, fasst Holpfer zusammen, der auch die Bewegungsgruppe als ergänzendes Angebot sehr am Herzen liegt. „Wir arbeiten ganzheitlich und darum sind diese auch sehr wichtig. Einerseits ermöglichen sie Netzwerke aufzubauen, andererseits streuen sie auch positive Energie in die oft schwierigen Situationen“, so Holpfer.
„Die Zusammenarbeit mit der Frauenberatung funktioniert. Die zusätzlichen Informationen, die Frauen dort erhalten, erleichtern die Tätigkeit des AMS. Es wird auch ein neues Projekt für rund 200 Wiedereinsteigerinnen geben, das wir dann gemeinsam umsetzen wollen. Ab 1. April gibt es auch eine eigene Beraterin im AMS für diesen Bereich“, betont AMS Oberwart-Leiter Dietmar Strobl.


Die Frauenberatung leistet seit Jahren eine wichtige Arbeit in der Prävention und kann somit für Frauen in vielen Bereichen Probleme abfedern. Doch Beratung braucht auch Platz und entsprechende Rahmenbedingungen. Diese sind in dem derzeitigen Gebäude allerdings nur sehr eingeschränkt vorhanden und von aktuellen Standards sind die derzeitigen Räume ziemlich entfernt.
Aus diesem Grund besteht auch Handlungsbedarf. Nun gibt es seit dem Vorjahr den Plan, ins ehemalige Wasserbauamtsgebäude umzuziehen, wobei man sich dort dann die Räumlichkeiten mit dem Verein Roma teilen müsste, was für eine optimale Beratung wohl für beide Institutionen kaum optimal sein kann.
Das leuchtet jedem bei genauerer Betrachtung ein und darum ist es wichtig eine vernünftige Lösung für die Betroffenen zu finden, statt eine weitere bequeme und einfache für das Land.