Surfer wollen zum See
Seit gut acht Jahren muss die Surfszene auf den Mattsee so gut wie ganz verzichten.
MATTSEE (grau). Die Surfszene belebte Mattsee über viele Jahre hinweg. Seit 2004 gibt es keinen Surfplatz mehr und der örtliche Surfclub bemüht sich um eine Lösung. „2004 wurde unser Surfplatz zum Naturschutzgebiet erklärt. Dies passierte als Ausgleichsmaßnahme, weil eine andere Fläche umgewidmet wurde, damit die Gemeinde das Strandbad ausbauen kann“, erklärt Peter Hager vom Surfclub Mattsee.
Damals hat die Gemeinde versprochen, einen Teil des Strandbads als Surfplatz umzufunktionieren. Bisher ist das noch nicht passiert, obwohl das Land damals eine Förderung über 20 Prozent der Projektkosten zugesagt hatte.
„Wir bräuchten einen Zugang mit Steg, damit wir mit den Surfboards nach dem künstlichen Riff im See einsteigen können“, sagt Hager. „Die Gemeinde hat uns als Übergangslösung einen Teil des Strandbads angeboten, der kommt für uns aber nicht in Frage. Wir müssten 350 Meter gehen, unmöglich mit Surfmaterial.“
Der Surfclub fühlt sich von der Gemeinde im Stich gelassen und möchte nun den alten Platz wieder zurück, um ihn auf eigene Kosten zu pachten. „Es geht dabei um ein Grundstück von etwa 1.500 m2. Wir bräuchten nur einen fünf Meter breiten Zugang zum See. Das Schilf stören wir nicht, wir wollen ja auf den See hinaus.“
Schutzgebiet umwidmen
„Wir wollen dasselbe wie die Surfer“, versichert Bgm. Matthäus Maislinger. „Auch uns ist es wichtig, dass der See zum Surfen genutzt wird. Das braucht Zeit. Wir arbeiten am REK, das soll nächsten Frühling fertig sein. Bis zum Herbst wollen wir außerdem alles für unser Leitbild ’Mattsee 2020‘ fertig haben. Großes Thema darin ist der See als Erlebnisbereich. Wir werden mit dem Naturschutz beraten und versuchen, den alten Surfplatz gegen einen Ausgleich wieder zurückzubekommen.“ LR Sepp Eisl will davon derzeit nichts wissen: „Der Bescheid ist rechtskräftig. Wenn das neue REK vorliegt werden wir uns ansehen, was die Gemeinde vorhat.“
