Wir zahlen für Blödheit

In der FH St. Pölten – Gastronom Bacher, FP-Raubein Waldhäusl, Chefredakteur Hicker. (Foto: fotoplusch.at)

Bezirksblätter-Sommergespräch mit FP-Klubobmann Gottfried Waldhäusl - Sommer-Talk über Wirte in Not, Benzinpreiswahnsinn und chemische Kastration von Sexualstraftätern.

BEZIRKSBLÄTTER: Herr Klubobmann, Sie haben einen Gast mitgebracht, Herrn Hannes Bacher, Gastwirt aus St. Veit an der Gölsen. Warum gerade ihn?

WALDHÄUSL: „Weil im Landtag und der Bundesregierung laufend Maßnahmen beschlossen werden, die das Leben der Wirte extrem erschweren. Schanigartenabgabe, Alkoholsteuer, Tabakgesetz: Damit kämpfen die Gastronomen.

BEZIRKSBLÄTTER: Herr Bacher, Man sagt: „Die Klage ist des Wirten Gruß.“ Wenn man einen Wirt fragt, wie es geht, sagt er nie : „Alles o.k.“ Was macht Ihnen das Leben so schwer?

BACHER: „Also das Tabakgesetz ist existenzgefährdend. Ich habe 90 Prozent Raucher im Lokal. Aber auch die geplante Alko-Steuer würde mich hart treffen.

BEZIRKSBLÄTTER: Wieviel wäre das pro Krügerl Bier?

BACHER: „Derzeit kostet das Krügerl bei mir 2,80 Euro. Mit Alkoholsteuer müsste ich drei Euro verlangen. Und wenn ich dann auch das Rauchen abdrehe, dann sind 50 Prozent der Gäste weg. Dazu ist eine Schanigartenabgabe geplant, das wären noch einmal mehrere hundert Euro im Jahr.“

WALDHÄUSL: „Manche Wirte haben 150.000 Euro investiert, um Nichtraucherbereiche abzutrennen. Und jetzt sollen die auch Rechtssicherheit haben. Das Argument, dass in Ländern wie Italien Rauchverbot herrscht und
die Lokale trotzdem voll sind, zieht bei uns nicht. Denn dort gilt gleiches Recht für alle, man kann vor die Tür gehen. Schicken Sie jemanden in Lilienfeld bei minus 15 Grad vor die Tür.“

BEZIRKSBLÄTTER: Es gibt Umfragen auf Bundesebene, die sehen die FPÖ bei 29 Prozent. Bei der St. Pöltener Wahl hat die FPÖ 10,7 Prozent gemacht. Sind Sie zufrieden damit?

WALDHÄUSL: „Ich bin mehr als zufrieden. Die FPÖ hat in St. Pölten das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Kommunalwahlen sind Persönlichkeitswahlen. In St. Pölten gibt es einen Bürgermeister, der seine Sache gut macht. Im Bund können wir 30 Prozent schaffen. Wir werden aber Orte haben, wo wir uns mit fünf Prozent zufrieden geben müssen. Aber wenn
wir auf Bundesebene Nummer 1 werden und die Altparteien noch einmal zusammengehen, dann zerreißt es die sowieso.“

BEZIRKSBLÄTTER: Wieviel Prozent hat die FPÖ in Ihrem Lokal, Herr Bacher?

BACHER: „Ich würde sagen, so um die 15 Prozent.“

BEZIRKSBLÄTTER: Ein Punkt Ihres Programmes ist die chemische Kastration von Sexualtätern. Wie soll das gehen?

WALDHÄUSL: „In Wiener Neustadt hat ein verurteilter Sex-Täter wieder Kinder missbraucht. Wir sagen: Wenn ein Sex-Täter 10 Jahre Haft bekommt und in einer Therapie einsieht, dass er krank ist, dann soll er nur auf Bewährung freikommen, wenn er sich diesem Programm unterzieht. Das gibt es in Frankreich, man wird einmal im Monat behandelt. Der Hormonspiegel sinkt auf ein Niveau vor der Pubertät und ist somit keine Gefahr. Das sind wir den Opfern
schuldig. Erklären Sie das einmal den Eltern eines Kindes, warum ein Sex-Täter wieder zuschlagen konnte.“

BEZIRKSBLÄTTER: Wie sieht das Ihr Stammtisch Herr Bacher ?

BACHER: „Da ist Kastration die Mindestforderung.“

BEZIRKSBLÄTTER: Eine weitere Forderung der FPÖ ist eine Senkung der Spritpreise.

WALDHÄUSL: „Es gibt in Niederösterreich 450.000 Pendler, die glauben, sie werden ausgeraubt an der Tankstelle. Die Regierung muss die Mineralölsteuer senken. Das Geld könnte man etwa in der Verwaltung einsparen. Oder in Zeiten, wo Familien sich das Leben nicht mehr leisten können, bei Kulturprojekten. Aber derzeit zahlen wir für die Blödheit der Politiker Alkoholsteuer, Mineralölsteuer. Nur weil Bund, Land und Gemeinden nicht wirtschaften können.“

BEZIRKSBLÄTTER: Herr Waldhäusl, sollen die Töchter in die Bundeshymne ?

WALDHÄUSL: „Das ist der größte Blödsinn, als hätten wir keine anderen Probleme. Der Euro wackelt, die Familien können sich das Leben nicht leisten, an der Tankstelle wird man ausgeraubt und wir reden darüber. Da war wohl jemandem zu heiß.“


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3 Kommentare zum Beitrag
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Doris Sperlich aus Furth an der Triesting am 11.08.2011 um 19:52 Uhr  
11
sj scheibbs aus Scheibbs am 12.08.2011 um 18:58 Uhr  
181
Manfred Kremser aus Innsbruck am 27.01.2012 um 17:20 Uhr  
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