Problematischer Punkt in neuen Seilbahngrundsätzen
Bock (SPÖ) befürchtet Schwinden der Toleranz gegenüber Tourismus
SPÖ-Landtagsklubchef Hanspeter Bock befürchtet, dass die neuen Seilbahngrundsätzen und seine möglichen Folgen, die Toleranz gegenüber dem Tourismus schwinden lassen könnte.
BEZIRK LANDECK. Die Tiroler Seilbahner sehen die kürzlich von der Landesregierung beschlossenen neuen Seilbahngrundsätze als Erleichterungen, trotzdem wird die Verordnung nicht kritiklos von ihnen hingenommen.
Zu Stirnrunzeln führte die Neudefinition bei SPÖ-Landtagsklubchef Hanspeter Bock insbesondere wegen einem Punkt: Skigebiete können künftig (zumindest bis 2015, solange gelten die neuen Seilbahngrundsätze) auch vom Tal aus mit einer Seilbahn erschlossen werden, aber nur, wenn sich die Talstation in einer Wintersportregion befindet. Bock sieht schwarz für ein Zubringerbahn-Projekt vom Inntal auf das Sonnenplateau. „Diese Pläne können auf Eis gelegt werden“, so Bock. Überlegungen für ein diesbezügliches Projekt gibt es in Fließ (Ausgangsstandort Urgen), Prutz, Ried, Tösens und Pfunds.
Die Problematik bestehe darin, dass der Trend hin zu den großen Skiorten noch verstärkt werden könnte. Das heißt: Es könnte eine weitere Erhöhung der Bettenzahl in den starken Tourismusorten folgen, im Gegenzug sinkt jene in den tourismusschwächeren Orten. Ein Grund sei: Es kommt nicht mehr zu den „Gäste-Rückstaus“. Die Folge: Im Sog dieses Trends werden viele Privatzimmervermieter aufhören. Bock: „Eine solche Entwicklung birgt die Gefahr in sich, dass die Toleranz gegenüber dem Tourismus schwindet. Viele werden sich die Frage stellen, warum sollten wir die Verkehrsbelastung in Kauf nehmen, wenn wir am Erfolg des Tourismus nicht mitpartizipieren können?“
ZUR SACHE
Unterstützung von Kleinschigebieten
SPÖ-Klubchef Bock hält eine Unterstützung von kleinen Schigebieten wie den Venet für durchaus sinnvoll. „Alle werden nicht zu retten sein. Aber einige sind als Infrastruktur für ein Naherholungsgebiet wichtig und deshalb erhaltenswert“, so Bock. Hierfür sei ein finanzielles Solidaritätssystem einzuführen. „In diesen Topf sollen neben den finanzstarken Seilbahnen auch die Wirtschaft und das Land Tirol einzahlen. Die Zuweisungen an die finanzschwachen Seilbahnen soll nach einem bestimmten Schlüssel ausgezahlt werden“, erklärte Bock.
Tirols Seilbahner sind nicht abgeneigt finanzielle Unterstützung zu leisten, jedoch nur auf freiwilliger Basis.
