Pläne für die BH präsentiert
Längliches Gebäude mit viel Glas und Holz; Tiefgarage; Abstand zur VS 11 Meter
Der Bereich zwischen VS und Hotel Greif könnte mit dem Bau wieder zum Park werden. Diskussionsprozess wurde gestartet.
KITZBÜHEL. 57 Meter lang, 15 Meter breit und bis zu 11 Meter hoch – so die Eckdaten des geplanten Gebäudes für die Bezirkshauptmannschaft im Schulpark. Die Innsbrucker Architekten Markus Illmer und Günther Tautschnig stellten die Pläne vergangenen Donnerstag zuerst dem erweiterten Gemeinderat vor, bevor Freitagvormittag die lokale Presse das Projekt begutachten konnte.
Wie bereits vorab bekannt wurde, könnte das neue BH-Gebäude samt Tiefgarage zwischen Volksschule (Abstand 11 Meter) und Musikschule/Kindergarten platziert und die alte BH mit dem neuen Gebäude unterirdisch verbunden werden. „Durch die Länge des Baukörpers kann er niedriger gebaut werden; die Höhe entspricht etwa dem des Hauses Porstendorfer“, erklärt Architekt Markus Illmer. Die Schulgasse, gesäumt von Bäumen, würde, so Illmer, komplett erhalten bleiben. Der Weg von der Klostergasse in Richtung Stadtzentrum müsste um ca. zwei Meter versetzt werden und würde nach Fertigstellung überdacht entlang des Gebäudes führen.
Als großen Pluspunkt präsentierte der Architekt die Schaffung eines verkehrsfreien, begrünten Bereiches zwischen Hotel Greif und der Volksschule. „Hier verschwinden die Autos komplett, der Park wird in Richtung Westen vergrößert und gewinnt so seine ursprüngliche Orientierung, entlang der mittelalterlichen Stadtmauer, zurück“, zeigt Illmer auf. Außerdem könnten die vier Lauben im BH-Hof, wo zurzeit lediglich eine als Durchgang genutzt wird, geöffnet werden und so einen direkten Blick in den Park gewähren.
Tiefgarage mit drei Ausgängen
Die Zufahrt zur Tiefgarage würde über die Klostergasse, direkt in das Gebäude, erfolgen. Durch drei Ausgänge (Rathaus/Greif, BH-Alt/Museum und BH-Neu/Klostergasse) könnten die Nutzer an die Oberfläche gelangen. Geplant ist die Garage auf einer Ebene für bis zu 100 Autos; eine eventuelle spätere Erweiterungsmöglichkeit in Richtung Hotel Greif wäre ebenfalls angedacht.
Mehr Platz für Museum
Falls ein zweites BH-Gebäude gebaut wird, würden Kapazitäten im alten Gebäude frei, welche z. B. für den Ausbau des Museums verwendet werden könnten. „Die Überlegungen gehen dahin, dass die Stadtgemeinde das Haus Nr. 34 und Teile des Erdgeschosses nutzen kann“, so Bezirkshauptmann Michael Berger.
Über die Kosten für einen möglichen Bau (samt Sanierung des alten Gebäudes) wollten die Architekten noch keine Auskunft geben. „Wir sind erst im Entwurfsstadium, Kostenschätzungen haben hier noch keinen Sinn“, so Illmer. Die Bauzeit für das Gebäude im Schulpark würde mit einem Jahr veranschlagt, so die Architekten.
„Der Diskussionsprozess wurde jetzt gestartet, wir warten jetzt auf einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, ob das Projekt weiterverfolgt werden soll“, erklärt Bezirkshauptmann Michael Berger, „dann werden wir weitersehen.“
'Winkler: „BH soll bleiben“
„Oberstes Postulat ist es, die BH auch weiterhin zentrumsnah zu erhalten. Seit rund zwei bis drei Jahren laufen Planungen, wie dies am besten umgesetzt werden kann. Mehrere Varianten wurden dabei angedacht, diese reichen vom Verkauf des bestehenden BH-Gebäudes durch das Land Tirol und einem Neubau, bis hin zu Erweiterungsmöglichkeiten im Stadtbereich. Die nun vorliegenden Pläne zeigen eine grundsätzliche Machbarkeit und sind ein erster Ansatz, an dem man weiter arbeiten kann. Die ersten Eindrücke muss man aber erst ein wenig wirken lassen“, nimmt Bürgermeister Klaus Winkler Stellung.
Am Freitag luden die Projektgegner „Rettet den Schulpark“ zur Diskussion mit LA Fritz Dinkhauser.


Die STADT Kitzbühel hat 8.204 Einwohner, der BEZIRK Kitzbühel 61.628 Einwohner. Theoretisch sind also 53.424 "Nichtstädter" darauf angewiesen eine Bezirkshauptmannschaft möglichst einfach per Auto oder Öffentlichen Verkehrsmitteln (!!!) erreichen zu können.
Wer sich - gerade zu Saisonzeiten oder zu Zeiten der "üblichen" Großereignisse - durch das Kitzbüheler Verkehrschaos hat durchkämpfen müssen, weiß: Der jetzige Standort der BH ist mehr als "suboptimal". Und wenn man es endlich geschafft hat, ist man an einer "Belebung der Innenstadt" als Auswärtiger eher mäßig interessiert.
Den jetzt geplanten Erweiterungsbau im Schulpark mit einem kommenden - wann auch immer zu realiserenden "Verkehrkonzept" - vorauseilend zu begründen ist absurd.
Eine neuer, für Kitzbüheler und Auswärtige leicht erreichbarer Standort ist deshalb wohl für die Mehrheit der Einwohner im BEZIRK Kitzbühel sinnvoller, als ein Erweiterungsbau ausgerechnet auf Kosten einer der letzten Zentrums nahen Grün- und Erholungsflächen, dem Schulpark.
Wenn die Landesregierung im Interesse ALLER BürgerInnen im BEZIRK Kitzbühel entscheidet, DARF es keinen Erweiterungsbau im Schulpark geben.
Ich wundere mich, warum der Standort der BH anscheinend überwiegend als Angelegenheit zwischen der Stadtgemeinde Kitzbühel und dem Land Tirol behandelt wird. Die Einbeziehung der BürgerInnen und Gemeinden des Bezirks wäre mindestens genauso wichtig.