„Ein Dachl ist besser als der Strich“
STADTBLATT-Änderungsvorschlag für Stadt-Logo würde Kritikpunkte der Gegner teilweise berücksichtigen
(gstr). Nachdem vor zwei Wochen das geplante neue Logo der Stadt Innsbruck präsentiert wurde, gingen die Wogen hoch. Ein Verbesserungsvorschlag der STADTBLATT-Redaktion stößt indes auf breitere Zustimmung.
Ein kleiner Strich erhitzt seit Wochen die Gemüter der Stadt. Am 11. November wurde jenes Logo der Öffentlichkeit präsentiert, das im Zuge des Markenbildungsprozesses erarbeitet wurde – und stieß prompt auf breite Ablehnung. Der Grundtenor der Kritiker war klar: „Dieses Logo ist keine 35.000 Euro wert!“, wobei die meisten Anstoß an dem Apostroph nahmen, welcher künftig Innsbruck – oder neu: Inns` bruck – in zwei Hälften teilen soll. Auch in der Gemeinderatssitzung von vergangenem Donnerstag wurde die Ablehnung gegen das neue Logo lautstark kundgetan. Vor allem die Grünen und die SPÖ äußerten ihren Unmut, aber auch Teile der ÖVP konnten das neue Logo nur mit Bauchweh gutheißen.
Kompromiss-Vorschlag
Angesichts der teils heftigen Reaktionen und der daraus resultierenden verfahrenen Situation hat die STADTBLATT-Redaktion einen Verbesserungsvorschlag ausgearbeitet, welcher einen Großteil der geäußerten Kritik berücksichtigt. So soll der umstrittene Apostroph, welcher nach Aussage der Logo-Entwickler das „Augenzwinkern der Stadt“ darstellen soll gegen das Zeichen ^ ersetzt werden. Dieses ^, welches in der Internetsprache tatsächlich ein zwinkerndes Auge darstellt, würde sowohl – in Gold eingefärbt – für das weltweit bekannte Wahrzeichen der Stadt Innsbruck stehen als auch eine Bergspitze symbolisieren.
Änderung sehr positiv bewertet
Von Seiten der schärfsten Kritiker des Logos wird dieser Kompromissvorschlag dankbar aufgenommen. „Ich finde, der Vorschlag wäre eine deutliche Verbesserung für den leider grottenschlechten Entwurf der Stadtregierung, den niemand in der Stadt verstehen kann. Denn die Kombination von Stadt und Bergen, die in dieser Art und Vernetzung einzigartig ist, sollte sich auch im Logo wiederfinden“, betont Grün-Mandatar Martin Hof. Auch seine Fraktionskollegin Renate Krammer-Stark kann dem Vorschlag einiges abgewinnen: „Charmant finde ich am ^ , dass es auf das Goldene Dachl verweist, und das war als Salzburgerin für mich immer schon ein Symbol für Innsbruck.“ StRin Marie-Luise Pokorny-Reitter betont, es sei „bemerkenswert, dass sich auch die STADTBLATT-Redaktion mit dem neuen Innsbruck Logo befasst. Aber ich hätte so gerne ein Logo, in dem sich INNSBRUCK ganz und nicht geteilt widerspiegelt.“ Ihr roter Parteikollege StR Ernst Pechlaner hält den Vorschlag indes für „eine gelungene Verbesserung, die aufgegriffen werden muss.“ Dieser Meinung sind auch VP-Klubchef Andreas Wanker und VP-Vizebgm. Franz Gruber: „Ich kann diesem Entwurf sehr viel abgewinnen.“ „Es ist erfreulich, dass sich das STADTBLATT als Wochenmedium für alle InnsbruckerInnen mit der inhaltlichen Positionierung der Marke Innsbruck auseinandersetzt“, betont FI-Vizebgm. Christoph Kaufmann. Er möchte jedoch am Erstentwurf festhalten.
Diskutieren Sie mit!
Ihnen gefällt der Änderungsvorschlag für das Innsbrucker Logo? Sie finden den Orginalentwurf besser? Das Logo ist immer noch indiskutabel? Sagen Sie uns Ihre Meinung dazu!
Am Ende der Seite können Sie Ihre Kommentare online stellen.


Den richtigen Weg eingeschlagen ...
Die hitzigen Diskussionen über das neue Logo der Stadt Innsbruck überschatten derzeit den inhaltlichen Output des Markenbildungsprozesses. Denn dieser ist durchaus positiv zu bewerten. Über allem soll künftig die Positionierung von Innsbruck als Hauptstadt der Alpen stehen. Daraus abgeleitet, soll die Stadt in allen Bereichen die Verknüpfung zum alpinen Charakter Innsbrucks herstellen. Im Sport und im Tourismus findet diese Konzentration auf das „Alpine“ bereits seit Jahrzehnten statt. Künftig soll jedoch auch in den Bereichen Forschung und Entwicklung das Hauptaugenmerk auf Projekten liegen, die mit dieser alpinen Ausrichtung zu tun haben. Daraus ergeben sich eine Vielzahl von Möglichkeiten. In der Föhnforschung ist Innsbruck bereits jetzt Weltspitze, aber auch in den Bereichen alpine Gefahrenbeherrschung oder – im medizinischen Bereich – die Versorgung nach Berg- oder Skiunfällen kann diese Stadt bereits Etliches an Know-how bieten. Wenn diese Ressourcen künftig besser gebündelt werden, ist Innsbruck auf einem guten Weg.