Einsatzeinheit: Ihr Auftreten wirkt deeskalierend

Revierinspektor Helmut Plank mit Ganzkörperschutz „Turtle“. In der Hand hält der Beamte ein Impulslöschgerät, das etwa zum Löschen angezündeter Autos verwendet würde, bei uns jedoch bislang noch nie eingesetzt werden musste.

Die Beamten der Einsatzeinheit kommen bei Demonstrationen, Konzerten und Großveranstaltungen zum Einsatz und sorgen für geregelte Abläufe.

(gstr). Ihr Auftreten ist oft martialisch, ihre Ausrüstung abschreckend. Die Beamten der Einsatzeinheit werden gerufen, wenn es bei Großereignissen für Ordnung und Sicherheit zu sorgen gilt. Die Aufgaben können dabei aber durchaus variieren.

„Unsere Ausrüstung hängt immer von der Art der Veranstaltung ab“, betont Revierinspektor Peter Knapp. Der Beamte der PI Kaiserjägerstraße ist auch Mitglied der Einsatzeinheit, welche für den reibungslosen Ablauf von Großveranstaltungen verantwortlich zeichnet. „Zum Beispiel war es beim Pink-Konzert sicher unsere vordringlichste Aufgabe darauf zu achten, dass von den vielen jugendlichen Besuchern niemand kollabiert und sich kein Gedränge vor der Bühne bildet. Dafür brauchen wir sicher keine Schlagstöcke oder Schilde. Bei Hochrisiko-Spielen beim Fußball werden wir diese hingegen eher mitführen“, ergänzt Revierinspektor Helmut Plank.
Generell ist es die Aufgabe der Einsatzeinheit, deeskalierend zu wirken und gefährlichen Entwicklungen vorzubeugen. Die kann bedeuten, dass man etwa Fangruppen voneinander abschirmen muss oder Menschenströme gezielt in eine andere Richtung lenkt. Für all diese Aufgaben ist es wichtig, dass die Beamten nicht nur bestimmt und resolut, sondern auch in großer Zahl Auftreten. „In Tirol gibt es insgesamt 175 EE-Beamte, die je nach Bedarf angefordert werden können“, erläutert Plank.

Geschlossene Formationen
Zentral ist dabei, dass die EE-Mitglieder nur in Teams arbeiten. Jede Gruppe besteht aus fünf Mann und einem Gruppenkommandanten. Vier Gruppen bilden zusammen mit einem Zugskommandanten einen Zug. Sieben Zügen entsprechen demnach jene 175 Beamten, die es in Tirol gibt. „Gerade das Zusammenarbeiten in diesen Gruppen wird in der Ausbildung immer wieder geübt. Ein weiterer zentraler Punkt der Ausbildung ist jedoch auch das Beüben von Extremsituationen. Hier ist es wichtig, dass die eingesetzten Beamten eine hohe Reizschwelle haben und auch in Extremsituationen, wie etwa gewalttätigen Ausschreitungen die Nerven behalten“, schildern die beiden Innsbrucker EE-Beamten. Neben der körperlichen und geistigen Fitness, die ein EE-Beamter mitbringen muss, ist auch die Ausrüstung dieser Polizisten umfangreicher. Jeder EE-Beamte verfügt über eine persönliche Schutzausrüstung bestehend aus einem Helm, einem Körperschutz – genannt „Turtle“, einem Einsatzhelm, einem flammhemenden Overall, einem Schlagstock und einem Schild. „Bei voller Ausrüstung trägt man etwa 15 kg zusätzlich am Mann. Gerade im Sommer kann das ziemlich schweißtreibend sein“, betonen Plank und Knapp. Doch diese Schutzausrüstung ist für die Beamten unverzichtbar, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt. „Wir sind keine Kampfsportler, aber oft müssen wir dazwischengehen. Dabei soll das Verletzungsrisiko so gering wie möglich bleiben.“

 auf anderen Webseiten Facebook Twittern Senden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.