Braucht Innsbruck die Fiaker?

Nach dem Unfall auf der Haller Straße mit einem Fiaker sollen einheitliche Routen eingeführt werden.

(vk). Schon seit langem versucht man in der Stadt Innsbruck fixe Routen für die Fiaker einzuführen. Bisher hat das noch niemand geschafft. Nun will sich auch Verkehrsstadtrat Ernst Pechlaner an einer Neuregelung versuchen.

Die Stallungen der meisten Fiakerbetreiber befinden sich in Mühlau bzw. Arzl und Amras. Deshalb fahren viele Fiaker montags bis samstags zwischen 17 und 19 Uhr die Haller Straße entlang. Wann genau die Fiaker unterwegs sind, variiert je nach Wetter und Touristenzustrom. Bisher ist dies meist gutgegangen. Vergangene Woche ereignete sich aber ein Unfall mit einem der Gespanne. Dienstagmorgen fuhr ein Fahrzeug auf einen vor ihm fahrenden Fiaker auf.

Auch in der Innenstadt sind Fiaker oftmals Verkehrshindernisse. Es gibt zwar einige Fahrverbote, beispielsweise in der Fußgängerzone der Altstadt, am Rennweg ab dem Emil-Béthouart-Steg stadteinwärts oder in der Herzog-Otto-Straße, eine Routenbindung gibt es allerdings nicht.

Hufe beschädigen Pflaster
Ein weiteres Problem fand Ernst Pechlaner unlängst heraus: „Die Hufe der Pferde beschädigen die neue Pflasterung der Maria-Theresien-Straße“, weiß Pechlaner. Deshalb soll jetzt ein veterinäres Gutachten erstellt werden, ob die Pferde Gummiüberzüge über den Hufen tragen können. Diese Sohlen sollen aber schädlich für die Gelenke der Pferde sein. „Ich weiß generell nicht, ob es artgerecht ist, die Pferde mitten durch die Stadt laufen zu lassen“, so der Stadtrat. Pechlaner will sich nun intensiv mit der dieser Causa beschäftigen.

„Fiaker gehören dazu“
Für Tourismusverbands-Obmann Karl Gostner ist eines jedenfalls klar: „Die Fiaker sind ad factum schon seit Jahrzehnten in Innsbruck. Sie sind eine touristische Attraktion. Dass die Hufe die Platten der Maria-Theresien-Straße beschädigen, kann ich mir nicht vorstellen. Schließlich wurden die Faiker von Anfang an in die Neuplanung miteingebunden“, so Gostner.

Routenvarianten: Meist wird eine kurze und eine lange Routenvariante angeboten, welche abhängig vom Fahrer variiert. Aufgrund der touristisch interessanten Ziele ist die angebotene Route für Touristen allerdings immer sehr ähnlich.

Kosten: Route kurz (30 min) € 25,-; Route lang (60 min) € 40,-

Fiaker Fahrverbote: Fußgängerzone Altstadt (ausg. von 6 bis 10.30 Uhr und zu speziellen Anlässen, wie Hochzeiten), Fußgängerzone Franziskaner Platz, Rennweg ab Emil-Béthouart-Steg stadteinwärts, Herzog-Otto-Str. in beiden Richtungen, Museumstraße ab Erlerstr. stadtauswärts. Sonderfall Fußgängerzone Maria-Theresien-Str. Nord: Fiaker dürfen aufgrund von Einzelgenehmigungen fahren.

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Manfred Kremser aus Innsbruck am 21.09.2011 um 10:31 Uhr  
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