Es gibt für mich kein lässigeres Tier als den Hai
Gerhard Kiesl ist begeisterter High-Tech Taucher und Abenteurer
Der 55-jährige Helfenberger hat als Spätberufener vor fünf Jahren mit dem Tauchsport begonnen. Fasziniert vom Reiz dieser Sportart, hat er seitdem viele abenteuerliche Tauchexpeditionen um die halbe Welt gemacht.
HELFENBERG. Es gibt für mich kein lässigeres Tier als den Hai. Das sind richtig elegante Tiere, davon ist Gerhard Kiesl seit seiner Tauchtour an der Küste Costa Ricas bei Coro Beach, im April des Jahres, felsenfest überzeugt. Schon hat er den PC gestartet. Seine Augen beginnen zu leuchten, während er den zehnminütigen selbstgedrehten Trailer auf seinem PC vorführt.
Bis 30 Zentimeter an Haie getaucht
Dann kommt er richtig in Fahrt: Bis 30 Zentimeter bin ich an die Haie herangekommen. Haie lassen sich auch angreifen, wenn man sie an der Nase erwischt, was mir nicht gelungen ist. Dafür konnte ich sie zehn Minuten lang filmen, ein unvergessliches Highlight. Ob Haie nicht gefährlich sind? Nein, Haie sind äußerst friedliche Tiere. Wichtig ist, dass man ruhig bleibt, sonst fliehen sie. Gefährlich wird es nur, wenn man sich verletzt und sie Blut riechen, erklärt er. Schon erzählt er von einem weiteren Tauchabenteuer. Ziel war das Wrack des Öltankers Amoco Milford Haven, der im April 1991 gesunken ist und eine schlimme Ölpest verursacht hat. Seitdem liegt es auf 89 Meter Tiefe vor Arenzano bei Genua auf Grund.
Das Dach erreicht man schon bei 32 Metern. Mit einer Länge von 300 Metern ist es das größte zu betauchende Wrack der Welt. In 60 Metern Tiefe kommt man in die Werkstatt. Auch die Werksküche ist noch komplett erhalten. Du glaubst, dass die Crew jederzeit auftauchen kann. Du bist in eine andere Zeit versetzt, erzählt er begeistert. Wracktauchen war er auch in Bottighofen in der Schweiz, wo er den 1860 gesunkenen hölzernen Raddampfer Jura erkundet hat. Ein Expeditions-Highlight im September dieses Jahres war für ihn das Betauchen des Blue Hole im Roten Meer in Ägypten. Der Einstieg ist auf einer Riffbank. Du tauchst 110 Meter durch ein Loch mit 40 Zentimetern Durchmesser und kommst dann ins freie Meer. Wir hatten traumhaftes Wetter und konnten beim Ausstieg voll ins ,Blaue blicken. Makaber ist, dass man beim Einstieg an Gedenktafeln von ertrunkenen Tauchern vorbeikommt, schildert er.
Tauchausbildung zum 50er
Wie er zum Tauchen gekommen ist? Meine drei Söhne haben mir eine Tauchausbildung zum Fünfziger geschenkt. Ich bin eigentlich ein Spätberufener, sagt Kiesl. Er hat gleich alle drei Kurse bis zum High-Tech Taucher in der Tauchschule bei Manfred Hess in Auberg absolviert. Hess ist mittlerweile auch sein bester Tauchfreund und Expeditionsbegleiter. High-Tech Tauchen ist die Krönungsstufe beim Tauchen. Du tauchst mit vier Flaschen und mit drei verschiedenen Gasen (Sauerstoff, Helium und Stickstoff).
Je nach Tiefe wird verschieden gemischt. So kann man auch in weitere Tiefen vordringen. Die Ohren sind beim ,High Tech Tauchen das Um und Auf. Wenn du den Druckausgleich nicht schaffst, kannst du nicht abtauchen. Außerdem musst du körperlich fit sein. Was in am High-Tech Tauchen fasziniert? Du siehst Welten, wo andere Taucher nicht hinkommen und der Reiz des Abenteuers. Ich habe schon Expeditionen um die halbe Welt gemacht. Was seine weiteren Ziele sind? Einmal möchte ich im Great Barrier Riff in Australien tauchen. In einem ist sich Gerhard Kiesl sicher: das Tauchen hat sein Leben bereichert.

