„Der Homo Büro hat auch mit dem Kreuz seine liebe Not“
Allgemeinmediziner Johannes Eibl liefert wertvolle Tipps für Geplagte
Die Wirbelsäule ist sicherlich heute soweit, uns perfekt aufrecht zu erhalten – und das ohne Probleme. Erst die untypische Verwendung macht sie zur Schmerzquelle.
BEZIRK, ST. GEORGEN AN DER GUSEN. „Ein Mensch, der 48 Wochen im Jahr im Büro sitzt und dann die restlichen vier Wochen des Jahres versucht, durch Schleppen von 20 Tonnen Ziegeln und 15 Tonnen Zement sein Haus zu bauen, wird das natürlich merken“, sagt der praktische Arzt Johannes Eibl aus St. Georgen an der Gusen.
Bei Berufsgruppen, die ihre Belastung der Wirbelsäule in Lehre und beginnender Arbeit schön langsam aufbauen, passt sich der Muskel- und Knochenaufbau an. Überlastungsschmerzen bleiben lange aus. Daher sollte die Wirbelsäule für Belastungen aufgebaut werden, beispielsweise durch Skigymnastik. „Einfluss auf die Wirbelsäule haben auch modische Dinge wie hochhackiges Schuhwerk. Dadurch entsteht eine enorme Hohlkreuzbildung, die wiederum bewirkt, dass die Aufrichtmuskulatur der Lendenwirbelsäule massiv belastet wird“, so Johannes Eibl. Ein gewichtiger Faktor für das Kreuz des „Homo Büro“ ist auch seine Sitztechnik. Die Sitzfläche sollte so hoch sein, dass beide Beine beim Sitzen senkrecht leicht den Boden berühren, die Sitzfläche so breit, dass von der Kniekehle bis zum Beginn der Sitzfläche zehn Zentimeter frei bleiben, der Winkel von Sitzfläche zur Lendenwirbelsäule sollte im Idealfall genau im „Sitz-eck“ 90 Grad betragen. Auf einer so konstruierten Sitzgelegenheit wird das Kreuz wahrscheinlich am wenigsten fehlbelastet.
Zur Sache
Bei Kreuzschmerzen
• Besinnen Sie sich zurück an die Urzeit. Gehen Sie in den Vierbeinerstand und bewegen Sie sich in diesem Zustand durchs Wohnzimmer.
• Wenn Sie der Statik Ihrer Wirbelsäule etwas Gutes tun wollen: Gehen Sie mit flachem Schuhwerk relativ flott vier bis fünf Kilometer auf flachem Gelände.
• Hängen Sie sich mit den Händen an eine Wäschestange und lassen Sie Ihr Gewicht die Wirbelsäule in die Länge ziehen.
• Positiv wirkt sich auch Flossenschwimmen auf das Kreuz aus, zwei Kilometer sollten es aber mindestens sein.
• Brustschwimmen sollte im Verhältnis von 2:1 durch Rückenschwimmen ergänzt werden.
• Radfahren auf schlaglochfreier Strecke oder am Hometrainer belastet die Wirbelsäule nicht.
• Die Sitzgelegenheiten im Büro, zu Hause und vor allem im Auto sollten überprüft und angepasst werden.
