Opposition mit wenig Pietät

Sensibel reagieren Karpfen auf Unruhe im Gewässer, was bei einem Bade- & Schlittschuh-Teich unvermeidbar ist.Foto: Hottowy

Wenig Feingefühl bewies die Schremser Opposition bei einer Teich-Neuverpachtung. von Eva Jungmann

SCHREMS. Während zu Beginn der Sitzung die Genehmigung überplanmäßiger Ausgaben in der Höhe von etwa 100.000 € keiner größeren Diskussion bedurften um den Gemeinderat zu passieren (mit VP-Gegenstimmen allerdings), wurde es unerwartet diskus­sionsreich bei der Neuvergabe des unteren Kottinghörmannser Ortsteiches.

Tochter will Erbe des Vaters weiterführen
Das Gewässer im Ausmaß von 7.500 m2 wurde über Jahrzehnte von einem Kottinghörmannser Ortsbewohner gepachtet und betreut. Dieser, zufällig der Vater der amtierenden Schremser Stadtamtsdirektorin Claudia Trinko, verstarb vor kurzem. Seine Tochter wollte das Erbe des Vaters weiterführen und den Ortsteich zu den bisherigen Bedingungen übernehmen, was hieß: eine Jahrespacht von 110 € wäre auch künftig von ihr zu entrichten gewesen. Das stieß allerdings der VP- & der BZÖ-Fraktion sauer auf. BR Martina Diesner-Wais (VP) monierte, ihren Erkundigungen zufolge könnte eine Teichfläche im Ausmaß eines Hektars zwischen 300 und 600 Euro jährlich einbringen und angesichts der maroden Finanzsituation der Gemeinde Schrems solle man doch keine Gelegenheit für Einnahmen auslassen und die Pacht für den Teich zumindest moderat anheben.

Keine anderen Interessenten für den Teich vorhanden
Dem hielt SR Michael Preissl
(SP) entgegen, dass sich niemand sonst für den Teich interessiert habe und es auch keine weiteren Angebote gebe.
BZÖ-GR Wolfgang Zibusch schlug sich auf VP-Seite und wollte wissen, ob sich Trinko nicht eine Erhöhung des Pachtzinses um 20 bis 30 Euro vorstellen könnte, was diese bereitwillig, aber unter Tränen ob der grundsätzlichen Diskus­sion, einräumte. Ein weiterer SP-Fraktionär hielt dem ebenfalls erfolgten VP-Argument, ein Teich mit Karpfenzucht würde schließlich Gewinn abwerfen, entgegen, dass es sich bei diesem Teich ausschließlich um ein Minusgeschäft handle, da er einerseits als Löschteich genutzt werden dürfe, aber auch als Badeteich und im Winter als Eislaufplatz Verwendung finde, was insgesamt einer erfolgreichen Karpfenzucht zuwiderlaufe.
Schließlich einigten sich Gemeinderat und Claudia Trinko auf einen künftigen Pachterlös von 150 € pro Jahr für den unteren Ortsteich Kottinghörmanns.

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