Marchfeldbauern vom Sparpaket am meisten getroffen

BBK-Obmann Manfred Zörnpfenning fordert eine Einheitswertreform. (Foto: privat)

Bezirksbauernkammerchef Manfred Zörnpfenning ärgert sich über das Sparpaket.

¶ BEZIRK. Denn die Landwirte im Osten Österreichs seien am meisten von den Sparmaßnahmen der Bundesregierung betroffen.
Das liegt an den hohen Einheitswerten, die als Berechnungsgrundlage für die Agrardieselsteuer herangezogen werden. Die heimischen Bauern sind von den Maßnahmen vor allem durch die geplante Erhöhung der Grundsteuer, die Abschaffung der Steuerbegünstigung für Agrardiesel, die Einführung einer Umwidmungsabgabe für Grundstücke und höhere Sozialversicherungsbeiträge betroffen.
„Der Einheitswert gehört schon längst reformiert“, fordert Zörnpfenning. Der wurde nämlich 1970 auf Grundlage der Produktivität festgelegt. „Seit dem EU-Beitritt und dem Zusammenbruch der Produktpreise gab es keine Reform mehr“, ärgert sich der Bauernkammerchef. Je größer die Betriebe, umso mehr trifft die Bauern das Sparprogramm. „Da heißt es, unser Bundeskanzler muss wegen des Sparpakets auf 3.000 Euro pro Jahr verzichten. Bei uns Marchfeldbauern wird es noch viel mehr sein“, rechnet Zörnpfenning.

Hoffnungsträger Getreidepreise
Hoffnung für die Landwirte sieht er nur dann, wenn die Getreidepreise steigen würden. Zörnpfenning geht davon aus, dass wieder einige Landwirte das Handtuch werfen werden. „Seit dem EU-Betritt haben 45 Betriebe im Weinviertel zugesperrt.“
Im Bezirk Gänserndorf sind derzeit 1.677 landwirtschaftliche Betriebe registriert.
Trotz massiver Einschnitte für die Bauern, hätte das Spar­paket diese Berufsgruppe noch wesentlich härter treffen ­können. Bei den Verhandlungen konnte eine jährliche Mehrbelastung von 1,8 Milliarden Euro wegdiskutiert werden.
Geblieben sind die Streichung des Agrardiesels ab 2013.Die Erhöhung der Sozialversicherungbeiträge und die Anhebung des Hebesatzes im Grundsteuermessbetrag sollen in fünf Jahren rund 175 Millionen Euro einbringen. Die Immobiliensteuer bringt etwa 250 Millionen Euro pro Jahr.
Ulrike Potmesil

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