Schlosschef im Clinch mit Bürgermeister Zabadal
Eisiges Klima herrscht zwischen der Geschäftsführung von Schloss Hof und der Gemeinde.
¶ SCHLOSS HOF. Gestritten wird vordergründig um die Lustbarkeitsabgabe. Die wurde im Vorjahr mit zehn Prozent fixiert, was bereits für Protest von Seiten des kaufmännischen Leiters der Marchfeld-
schlösser Revitalisierungs- und Betriebsges.m.b.H., Gerald Plachetzky, sorgte. Heuer hat die Gemeinde die Abgabepflicht erweitert. Bisher wurden nur Veranstaltungen besteuert, ab 2012 auch alle Eintrittskarten.
Plachetzky ist mehr als verärgert: „Hochgerechnet kommen heuer statt der 164.000 Euro, die ich im Vorjahr an die Gemeinde zahlen musste, 276.000 Euro Abgabe auf uns zu.“ Für ihn untragbar, zumal Schloss Hof mit neuerlichen Kosten zu rechnen hat: Das neue Projekt Schlösserstraße, das gemeinsame touristische Konzepte aller fünf Marchfeldschlösser zum Ziel hat, wird mit einer halben Million Euro budgetiert. 75 Prozent werden aus Fördermitteln gezahlt, für den Rest müssen die Schlösser aufkommen: „Wenn man mir über 110.000 Euro wegnimmt, sehe ich mich nicht in der Lage, das Projekt zu finanzieren“, warnt Plachetzky den Engelhartstettener Bürgermeister Andreas Zabadal.
Der ist mehr als erstaunt über Plachetzkys Zahlen und kontert: „2011 betrug die Lustbarkeitsabgabe 23.817 Euro und insgesamt waren nur 108.342 Euro Abgaben zu zahlen. Das ist ja kein Racheakt sondern Vorgabe von der Gemeindeaufsicht des Landes.“
Darüber hinaus gibt Zabadal zu bedenken, komme das Geld indirekt wieder dem Schloss zugute. Denn damit werden Tourismusprojekte wie die Marchbrücke, die Radwege oder der Pilgerweg finanziert. Übrigens auch das Wiederaufforsten der derzeit baumlosen Schlossallee.
Weil das Schloss keine finanziellen Mittel für die Pflanzung aufbringen will, zahlt dies die Gemeinde allein.
Ulrike Potmesil
