800.000 Euro Mehrkosten!
Fügen: Marienberg |
Kanalverbauung am Marienberg in Fügen lässt Kosten explodieren – Gemeinde nimmt es hin
Am Marienberg wurden in den letzten eineinhalb Jahren Kanalarbeiten durchgeführt. Die Firma Swietelsky aus Linz hat die damalige Ausschreibung mit 1.750.000 Euro für sich entschieden. Die Endrechnung betrug jetzt 2,5 Millionen Euro. Dennoch war es auch für Swietelsky laut Bürgermeister Walter Höllwarth ein Verlustgeschäft.
FÜGEN. Vor eineinhalb Jahren hat die Firma Swietelsky mit den Kanalarbeiten am Marienberg begonnen. „Das Angebot lag bei 1.750.000 Euro. Der Zweitbieter lag damals schon bei 2,3 Millionen Euro“, erklärt der Fügener Bürgermeister Walter Höllwarth. Er ist sicher, dass auch beim Zweitbieter noch zusätzliche Kosten hinzugekommen wären. Neben dem Kanal wurden auch die Straßenbeleuchtung und die Wasserleitungen fertiggestellt.
Problemfaktor Ortswärme Fügen
„Die Kosten kommen daher, dass wir einerseits Mehrarbeiten im Wert von 450.000 Euro in Auftrag gegeben haben. Hinzugekommen sind Straßendefekte etc. mit denen man nicht gerechnet hat. Dies machte zudem 150.000 Euro aus“, erklärt der Bürgermeister.
Ein großes Problem stellte zudem die Fügener Ortswärme da – sie belastet 250.000 Euro – bei der die Energie in Form von heißem Wasser über das wärmegedämmte Rohrnetz zu den Kunden transportiert wird.
„Die Firma Swietelsky hatte ein schweres Arbeiten am Marienberg. Die Ortswärme ist damals bei der Errichtung den direkten Weg gefahren, deshalb haben sich der Firma Swietelsky viele und schwere Verwinklungen im Kanalsystem dargeboten. Man war gezwungen die Kanäle dort zu legen, wo Platz ist. Alleine diese Probleme mit der Ortswärme haben sich laut Swietelsky mit 400.000 Euro zu Buche geschlagen“, so der Dorfchef.
Die Firma habe zwar gewusst, dass die Ortswärme dort verläuft, aber nicht genau wo. Swietelsky war laut Gemeindeoberhaupt ein fairer Partner und es hat auch keine Probleme mit den Anrainern gegeben.
Verlustgeschäft für Swietelsky
„Die Firma Swietelsky hat trotz der Mehrkosten, die für uns enstanden sind, selbst einen Verlust von 800.000 Euro bei dieser Baustelle eingefahren“, so Höllwarth. Was bedeuten würde, dass die Arbeiten am Marienberg insgesamt auf 3,3 Millionen Euro gekommen wären. „Die Mehrkosten wurden zuerst im Gemeindevorstand diskutiert und dann dem Gemeinderat präsentiert und auch akzeptiert. Wir sind froh, dass das Bauvorhaben abgeschlossen werden konnte“, zeigt sich das Gemeindeoberhaupt erfreut.
Mag. Othmar Schober von der Gemeinschaftsliste Fügen sieht die Kostenexplosion nicht so entspannt. „Die Kosten sind zu prüfen, es gibt Diskussionsbedarf. Der Bauamtsleiter Ing. Peter Hackl ist für die technische Kontrolle und die Rechnungsüberprüfung zuständig. Es gilt zu diskutieren, wie viel der angefallenen Kosten die Ortswärme übernehmen soll.“
Dies sieht auch Höllwarth ähnlich. „Man wird in Absprache mit der Ortswärme versuchen eine Lösung herbeizuführen, sodass sie auch einen Teil bezahlen.“ Gesprächstermin wurde noch keiner fixiert. Tanja Gruber
Kommentar
(Un)Nötige Kostenexplosion
Für den Kanalbau am Marienberg in Fügen wurden anfänglich 1.750.000 Euro eingeplant, die Endkosten belaufen sich jetzt auf 2. 500.000 Euro. Sicherlich, es wurden Mehrarbeiten von 450.000 Euro in Auftrag gegeben, zudem stellte die Ortswärme ein großes Problem dar. Dass die zuständige Firma Swietelsky aus Linz selbst noch einmal einen Verlust von 800.000 Euro eingefahren hat, wirft viele Fragen auf.
Dass man ein angefangenes Bauprojekt inmitten der Arbeit nicht so einfach abbrechen kann ist verständlich. Mehr als fragwürdig ist jedoch die Rolle der Kontrollinstanz. Man spricht schließlich von Mehrkosten über 800.000 Euro!
Dass Gemeinderat und Bürgermeister eine derartige Kostenexplosion einfach so hinnehmen ist mehr als bedenklich. Gespräche mit der Ortswärme Fügen bezüglich der Kostenaufteilung wären im Vorfeld klug gewesen.
Ein Projekt mit einem Vielfachen der genehmigten Kosten durchzuziehen ist gegenüber dem aufgeklärten Steuerzahler unverantwortlich.
Tanja Gruber


Wie ublich bei öffentlichen Vergaben, werden die Kosten immer mehr. 800 000. Euro sind aber nicht wenig.
Walter Ast