Instabile Stromnetze vor dem Zusammenbruch - Das Geschäft mit der billigen Regelenergie – Reservekraftwerke in ÖSTERREICH wurden aktiviert.
Die Frankfurter Rundschau berichtet am 16 02 12 über den Verdacht, dass Händler den Strommarkt manipuliert hätten und dies beinahe zum Zusammenbruch des deutschen Stromnetzes geführt hat. Die Händler haben angeblich anstatt bei Anstieg des Stromverbrauches auf reguläre Kraftwerke oder Reservekraftwerke zurückzugreifen, illegal auf Reserven zurückgegriffen.
Es kam dadurch zu sogenannten Unterdeckungen des deutschen Stromnetzes über mehrere Stunden. Durch diese Unterdeckung war teilweise keine Regelleistung verfügbar. Die Regelleistung soll Ausfälle des Stromnetzes kompensieren.
Zitat der deutschen Bundesnetzargentur: „Eigentlich sind sie rechtlich verpflichtet, stets soviel Strom aus Kraftwerken einzukaufen wie ihre Kunden verbrauchen. Doch das taten sie laut Bundesnetzagentur massenhaft nicht, sondern verursachten mit Lastprognosefehlern den Verbrauch fast der gesamten Regelleistung“.
Die Folge war, dass es ab dem 6. Februar zu dramatischen Schwankungen des Strompreises kam. Am 7. Februar mussten laut den Daten der Strombörse EEX zum Beispiel zwischen neun und zehn Uhr 380 Euro pro Megawattstunde bezahlt werden – etwa das siebenfache der üblichen Großhandelspreise. Politisch besonders brisant ist, dass offenbar nur wegen der Fehlprognosen der Händler die Reservekraftwerke in Mannheim und Österreich in Betrieb genommen werden mussten, die aufgrund des Teil-Atomausstiegs für diesen Winter vorgehalten werden.
Das österreichische Stromnetz war nicht gefährdet. Ist Österreich auf einen Stromausfall vorbereitet? Sind Sie auf einen Stromausfall vorbereitet?
Die deutsche Bundesregierung hat eine „Technikfolgenabschätzung“ (TA) zur Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung in Auftrag gegeben. Der Bericht umfasst 136 Seiten und beschreibt die vollen Konsequenzen, welche ein Stromausfall für einen Staat und seine Bevölkerung bedeuten könnte.
Ein Auszug aus der Zusammenfassung des TA:
In modernen, arbeitsteiligen und hochtechnisierten Gesellschaften erfolgt die Versorgung der Bevölkerung mit (lebens)notwendigen Gütern und Dienstleistungen durch ein hochentwickeltes, eng verflochtenes Netzwerk „Kritischer Infrastrukturen“. Dazu zählen u. a. Informationstechnik
und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Energieversorgung oder das Gesundheitswesen. Diese sind aufgrund ihrer internen Komplexität sowie der großen Abhängigkeit voneinander hochgradig verletzbar. Terroristische Anschläge, Naturkatastrophen oder besonders schwere Unglücksfälle haben nicht erst im zurückliegenden Jahrzehnt offenkundig gemacht, welche weitreichenden Folgen die Beeinträchtigung oder der Ausfall Kritischer Infrastrukturen für das gesellschaftliche System insgesamt haben können.
Aufgrund der nahezu vollständigen Durchdringung der Lebens- und Arbeitswelt mit elektrisch betriebenen Geräten würden sich die Folgen eines langandauernden und großflächigen Stromausfalls zu einer Schadenslage von besonderer Qualität summieren. Betroffen wären alle Kritischen Infrastrukturen, und ein Kollaps der gesamten Gesellschaft wäre kaum zu verhindern. Trotz dieses Gefahren- und Katastrophenpotenzials ist ein diesbezügliches gesellschaftliches Risikobewusstsein nur in Ansätzen vorhanden.
Folgen eines langandauernden und großflächigen Stromausfalls
Als Ursachen für einen langandauernden und regional übergreifenden Stromausfall kommen u. a. technisches und menschliches Versagen, kriminelle oder terroristische Aktionen, Epidemien, Pandemien oder Extremwetterereignisse infrage. Vielfach wird erwartet, dass künftig die Ausfallwahrscheinlichkeit größer wird, u. a. deshalb, weil die Gefahr terroristischer Angriffe und klimabedingte Extremwetterereignisse als Ursachen eines Netzzusammenbruchs zunehmen werden. Aufgrund der Erfahrungen mit bisherigen nationalen und internationalen Stromausfällen
sind erhebliche Schäden zu erwarten. Bisherige Stromausfälle dauerten höchstens einige Tage, einige verursachten jedoch geschätzte Kosten von mehreren Mrd. US-Dollar. Für den Fall eines mehrwöchigen Stromausfalls sind die Schäden zu erwarten, die um Größenordnungen höher liegen.
Der Bericht über die „Technikfolgenabschätzung“ (TA) zur Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung durchleuchtet folgende Bereiche:
1. Informationstechnik und Telekommunikation
2. Transport und Verkehr
3. Wasser und Abwasser
4. Versorgung mit Lebensmitteln
5. Gesundheitswesen
6. Finanzdienstleistungen
7. Fallbeispiel „Gefängnisse“
8. Bereichs- und organisationsübergreifendes Katastrophenmanagement
9. Vernetzte Katastrophenbewältigung – ohne Netz
10. Krisenkommunikation ohne Strom
11. Versorgung mit Treibstoff, Sicherstellung einer robusten Notstromversorgung
12. Inselnetze als Option zur Steigerung der Resilienz der Stromversorgung nach Stromausfall
13. Information und Sensibilisierung der Bevölkerung
Der gesamte Bericht steht im Internet zur Verfügung:
http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a1...

