Hansi: Keine Lust auf den Süden

In Unterwart trotzte „Meister Adebar“ der klirrenden Kälte, statt in den Süden zu fliegen.

UNTERWART (ms). Eigentlich setzen sich die Störche jedes Jahr im Herbst in den sonnigen Süden ab, doch manchmal wagen einige den Kampf gegen die Kälte und bleiben unseren Gefilden treu.
So geschehen auch in Unterwart, denn „Hansi“ überwinterte in seinem Nest. „Ich dachte, mich trifft der Schlag, als ich einen Storch herumfliegen sah“, meint Christine Wrana, die sich nun um den standhaften Vogel kümmert.

Trotz Kälte im Nest
„Ich füttere ihn täglich zweimal und er ist auch schon zutraulich geworden. Sobald er mein Auto zufahren sieht, kommt er schon auf mich zu. Er war im Vorjahr schon als erster retour und heuer ist er dann gar nicht mehr weggeflogen. Viele haben das nicht einmal mitbekommen, dass „Hansi“ die ganze Zeit über da war. Trotz eisiger Kälte in den letzten Wochen harrte er in seinem Nest aus und trotzte damit den tiefen Temperaturen. Störche erkennen Farben und sind auch sonst sehr intelligente Tiere“, berichtet die Vogelfreundin, die auch ein Herz für Amseln und Hunde besitzt.

Nahrungssuche ist Problem
„Der lange Flug nach Südafrika und zurück birgt viele Gefahren. Aus diesem Grund riskieren immer wieder Störche bei uns zu überwintern. Die Kälte macht ihnen dabei weniger aus. Störche sind sehr widerstandsfähig, auch wenn die Temperaturen der letzten Wochen schon sehr extrem waren. Das Hauptproblem ist aber die Nahrungssuche. Bei tiefen Temperaturen und viel Schnee können sie selbst nichts mehr finden. Da muss sich dann jemand um sie kümmern. Störche sind nicht wählerisch und so kann man durchaus verschiedene Sachen wie Hühnchen- oder Putenfleisch bzw. Fischstücke ausprobieren. Im konkreten Fall funktionierte es mit Faschiertem sehr gut. Im Sommer fressen sie Insekten, Frösche oder Mäuse“, erklärt Hobby-Ornithologe András Kota.
Sollte man einen Storch sehen, ist es zunächst wichtig festzustellen, ob das Tier verletzt, krank oder gesund ist. „Die meisten Störche sind gesund, wollen aber die Strapazen des langen Flugs in den Süden nicht mitmachen. Wenn ein Storch allerdings nicht fliegen kann, ist das ein Hinweis, dass er krank oder verletzt sein könnte“, so Kota.
Kota weiter: "Es ist wirklich ein Glück, dass sich Frau Wrana um den Storch in den kalten Tagen so gut kümmerte, sonst wäre es wohl sehr eng für ihn geworden. Wenn es nun wieder wärmer wird, kann er sich dann langsam wieder selbst seine Nahrung finden!"

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3 Kommentare zum Beitrag
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Eleonore Fekete aus Stotzing am 22.02.2012 um 08:59 Uhr  
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Michael Strini aus Deutsch Schützen-Eisenberg am 29.02.2012 um 08:22 Uhr  
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Eleonore Fekete aus Stotzing am 29.02.2012 um 08:47 Uhr  
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