Wenn Wenige alles für Viele verbocken
Was ist der erste Gedanke, der Ihnen beim Stichwort „Burschenschaft“ durch den Kopf geht? Ist es vielleicht der Satz „Kindskopfe mit Schmissnarben und fragwurdiger politischer Einstellung“? Dann machen Sie sich bitte keine Sorgen. Sie sind damit weiß Gott nicht alleine. Die jungste WKR-Ball Thematik, Straches unseliger „Neue-Juden- Sager“ und die zahlreichen Ballgaste aus etlichen europaischen Rechts-Außen-Lagern haben die Tradition der Burschenschaften mal wieder in ein Licht geruckt, das ,zumindest einigen der Vereine, nicht gerecht wird. Das Beispiel der Burschenschaft Teesdorf zeigt, dass man mit dieser Bezeichnung auch Tradition, Spaß, Zusammenhalt und Toleranz verbinden kann. Obmann Georg Gass distanzierte sich und seinen Verein im Interview deutlich von jeder Art von Extremismus und zeigte sich auch eventuellen neuen Mitgliedern mit Migrationshintergrund nicht abgeneigt. Ein gutes Beispiel dafur, dass nicht alles braun ist, was sich „Bursche“ nennt. Zumindest nicht in diesem Fall.

Ich bin selbst Mitglied einer Studentenverbindung - der Mercuria San Gallensis (siehe mercuria.ch). Mich stört der Begriff "Burschenschaft", weil er doch eher negativ besetzt ist. Das gemeinsame Saufen und Säbelspiel gehört zu den Traditionen, auf die eine moderne Studentenverbindung gerne verzichtet.