Arnold-Kritik an „Causa Muttereralmbahn!“

Um die aktuelle Situation der Muttereralmbahn gibt es differente Meinungen.

Mutterer Ex-Bürgermeister kritisiert die Verschwendung von Steuergeldern und „Schönfärberei in der Berichterstattung“!

Die Stellungnahmen der Bürgermeister betreffend die Muttereralm- und Götznerbahn in der vorwöchigen Ausgabe finden nicht überall Zustimmung. Dr. Hermann Arnold, Ex-Bgm. von Mutters, glaubt, im Namen vieler BürgerInnen zu sprechen, die eine „geschönte Version“ nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

MUTTERS (mh). „Der Bericht trifft nicht den Kern des Problems“, stellt Dr. Hermann Arnold zu Beginn fest. Faktum sei nämlich, dass das Unternehmen pleite ist. „Dass dieser Zustand zu erwarten war, habe nicht nur ich im Zuge des Bewilligungsverfahrens geäußert, sondern wurde von Kennern der Liftszene mehrfach vorausgesagt. Ebenso ist Tatsache, dass das Unternehmen trotz Inanspruchnahme von nahezu 80 % an Geldern aus öffentlichen Mitteln nicht floriert“, so der Kritiker. Wenn „von einer umfassenden Neustrukturierung für einen weiteren wirtschaftlichen Betrieb (?) berichtet wird, dann sollte man der Bevölkerung auch sagen, wie dieser Zustand hergestellt werden kann“, fordert Arnold, der weiter kein Blatt vor den Mund nimmt: „Es klingt geradezu wie ein Wunder, wenn der schon in der Gründungs- und Bauphase als Berater dieses Unternehmens tätige Rechtsanwalt nun als Geschäftsführer der beiden Gesellschaften fungiert und damit offenbar Wirtschaftlichkeit bewirken soll. Entweder war er von vorneherein ein schlechter Berater oder der Unternehmer Mag. Zach hat sich nicht an die Beratung gehalten.“

Im Zuge der Entstehung der Bahn habe ich-leider vergeblich - verlangt, dass:
a) Eine unmittelbare Anbindung an die Stubaitalbahn wegen der erwarteten Verkehrsbelastung und der vorrangigen Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel hergestellt wird;
b) Vor dem Bau zu klären ist, wer Defizite zu tragen bereit und in der Lage ist und
c) Betont, dass es nicht die öffentliche Hand sein kann, die solche Anlagen betreibt und das Risiko trägt.

Dass man anstatt des Anschlusses an die Stubaitalbahn nun seit Jahren einen schwer defizitären schwach ausgelasteten Parallelbusbetrieb führt, fällt ebenso auf wie die nicht unerheblichen Kosten - die wiederum zum Großteil die öffentliche Hand belasten. Nun gibt es sicher niemanden, der jetzt die Einstellung der Anlagen verlangen wird, nachdem 80 % öffentliche Mittel aufgewendet wurden und die Anlagen neu sind. Zustände wie in Oberperfuß und Mieders, wo die Gemeinde an der Last der Anlage erstickt, braucht es freilich kein zweitesmal-, sind aber zu befürchten.

Meines Wissens ist die Gemeinde Götzens am Rande der absoluten Verschuldung, die Gemeinde Natters hat – zu Recht - ein prioritäres Interesse an einem Alten- und Pflegeheim und die Gemeinde Mutters hat mit nahezu 3 Mio. Euro bereits einen Beitrag geleistet, der bei verantwortungsbewusster Finanzpolitik der Gemeinde, die Obergrenze ist.

Die Stadt Innsbruck , die zu den Hauptnutznießern der Muttereralmbahn zählt, hat das Bahnunternehmen seinerzeit wegen unvertretbarer Defizite abgestoßen. Sie hatte Recht, Gemeinden haben wirklich andere Aufgaben als defizitäre Lifte zu betreiben.

Zweifelhafte Umstrukturierung
Jetzt so zu tun, als ob die „Umstrukturierung“ Geld brächte und der Pleitebetrieb plötzlich wirtschaftlich sein soll, ist nichts anderes „als der Bevölkerung Sand in die Augen streuen“, vermutet Arnold, der die Richtigkeit seiner Forderungen, die allerdings damals nicht erfüllt wurden, bestätigt sieht. Weiter: „Vielleicht könnte das BEZIRKSBLATT Zahlen nennen und der Bevölkerung mitteilen, womit sie zu rechnen hat? Es ist nämlich keine Meisterleistung, ein Unternehmen mit öffentlichen Mitteln in die Welt zu setzen, dann Pleite zu machen und wieder die öffentliche Hand zur Übernahme der Pflichten zu veranlassen. Schließlich finde ich es von den Gebietskörperschaften verantwortungslos, Steuergeld zu verwenden ohne die – zu erwartenden –Folgen zu bedenken. Was die Anlagen für die Tourismuswirtschaft, die sich daraus einen enormen Aufschwung erwartet hat, gebracht haben, lässt sich aus den Nächtigungsstatistiken unschwer entnehmen.“

Offene Fragen
Wenn nun in der Verbindung mit der Lizum das Allheilmittel gesucht werden sollte, würde sich laut Arnold die Frage stellen, ob dies wieder mit vorwiegend öffentlichen Mitteln geschieht und welche Konsequenzen aus dem zusätzlichen Verkehrsaufkommen in Mutters gezogen würden. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h verdiene nicht das Wort „Verkehrskonzept“.

Dr. Hermann Arnold abschließend: „Ich war – nachweislich – nie ein Gegner der Muttereralmbahn, wohl aber des gegenständlichen Vorhabens, dessen erwartete Pleite nun leider Wirklichkeit ist.“

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1 Kommentar zum Beitrag
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Burghard Filzer aus Natters am 20.04.2011 um 21:34 Uhr  
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