Albtraum in der Silvesternacht: Großbrand im Ortszentrum
Die Annahme liegt natürlich nahe, ist allerdings noch nicht bestätigt – vermutlich dürfte aber eine Silvesterrakete das Wirtschaftsgebäude eines Hofes getroffen und in Brand gesetzt haben. Glück im Unglück: Es gab keine verletzte Personen!
Der Albtraum der Silvesternacht wurde für eine fünfköpfige Familie in Grinzens am 1.1.2011 Realität! Kurz nach Mitternacht brach im Tennengebäude mit darunter liegendem Stall ein Brand aus.
Helmut Buchrainer, Kommandant der Feuerwehr Grinzens, war wie immer mit Pager ausgerüstet in Bereitschaft: "Als Feuerwehrkommandant beobachtet man das Geschehen zum Jahreswechsel natürlich immer mit gemischten Gefühlen und sitzt sozusagen auf Nadeln. Wenn dann wirklich der Ernstfall eintritt, heißt es, rasch zu reagieren!" Der Großalarm wurde für die Feuerwehren der Region unverzüglich ausgelöst – und wenn man etwas Gutes in der Geschichte sucht, dann findet man es in der Feststellung, dass auf die Feuerwehrmänner auch in einer Nacht, die eigentlich zum Feiern gedacht ist, zu 100 % Verlass ist.
"Wir sind sofort mit allem, was zur Verfügung steht, ausgerückt und fanden bei unserem Eintreffen das Wirtschaftgebäude in Vollbrand vor", so Einsatzleiter Helmut Buchrainer. Binnen kürzester Zeit waren dann ca. 190 Feuerwehrmänner (!) der FF Grinzens, Axams, Birgitz, Götzens, Kematen und Völs zur Stelle.
Buchrainer: "Das Feuer im Tennengebäude wurde im Vollangriff bekämpft, während Atemschutztrupps über den Balkon in den Dachboden vordringen und von dort aus die nötigen Maßnahmen einleiten konnten. Der Brand wurde schnell unter Kontrolle gebracht, wobei es auch gelungen ist, den Wasserschaden im Wohnhaus so gering als möglich zu halten. Die Brandschutzmauer hat hier beste Dienste geleistet und ein Übergreifen der Flammen weitgehend verhindert. Aus dem Stall wurden 15 Schafe ins Freie gebracht, die anwesenden Hausbewohner blieben ebenso unverletzt wie die Einsatzkräfte!"
Die Annahme einer Silvesterrakete als Brandauslöser liegt ob des Zeitpunkts des Brandausbruchs, an dem Dutzende Feuerwerkskörper in unmittelbarer Nähe in den Himmel stiegen, nahe. Die Brandermittler werden allerdings erst am Montag mit der detaillierten Suche beginnen.
Der Hausinhaber will jedoch an keine andere Brandursache glauben: "Wir haben erst im soeben abgelaufenen Jahr alle elektrischen Leitungen erneuert und ausgetauscht. Es hat auch keinerlei Hinweise gegeben, dass etwas anderes als eine verirrte Rakete der Auslöser sein könnte. Eine Ironie ist vielleicht noch, dass wir selbst keine einzige Rakete gezündet haben – als ich gerade beim Nachbarn war, um dort ein gutes neues Jahr zu wünschen, haben wir den Feuerschein gesehen – Gott sei Dank ist niemanden etwas passiert!"
Auch Abschnittskommandant Walter Stockner war am Ort des Geschehens und zeigte sich nicht nur von der Leistung der Feuerwehrmänner, sondern auch von der Bevölkerung beeindruckt: "Viele Menschen haben die Einsatzkräfte mit Tee und sonstigen warmen Getränken versorgt – das ist keine Selbstverständlichkeit und ich möchte mich dafür im Namen der Feuerwehrmänner herzlich bedanken!"
Wie es jetzt weitergeht und ob der Wohntrakt tatsächlich so gering beschädigt wurde, dass die Familie wenigstens wieder dort einziehen kann, werden die nächsten Tage weisen.
Detail am Rande: Wir haben uns in der Silvesternacht einen Raketenstart genau angesehen und auch mit der Fotokamera eingefangen. Schauen Sie sich in der folgenden Bilderserie auch diese Fotos an – und Sie werden staunen, was sich dabei abspielt. Diese Bilder wurden ohne technische Tricks aufgenommen und auch nicht nachbearbeitet - alles, was hier zu sehen ist, hat sich so abgespielt!

