Vier kalte Tage in Paris
Paris - die Stadt der Liebe und der Liebenden, der Romantik und Leidenschaft empfing uns an diesem Dezembernachmittag mit Kälte und Schneefall. Also nichts wie rein in den Zug der RER-Linie B und nach 35 Minuten Fahrzeit noch einen Minitrip mit der "Metro" zur Station Pigalle. Da wären wir - direkt im Rotlichtviertel der Stadt sahen wir beinahe die Hand vor Augen nicht, dennoch kamen wir gut im Hotel an :)
Nach kurzer Aufwärmphase im Zimmer und Stärkung beim Japaner ging's wieder raus in den Schneefall - das auf einem Hügel über der Stadt gelegene Viertel Montmartre wartete darauf, von uns erkundet zu werden... hier findet man noch kleine, romantische Gassen, abseits von Touristenmassen - so stellt man sich Paris vor! Jede Menge kleine Läden, Cafe's und Ateliers sowie eine noch größere Menge an Treppen lagen auf unserem Weg zur "Zuckerbäckerkirche" Sacre Coeur - da waren dann die Touristen wieder allgegenwärtig, doch der Ausblick den man von dort oben hat ist einfach wunderschön (bei etwas wärmeren Temperaturen eventuell noch schöner :)).
Als die Dunkelheit einbrach hörte es auf zu schneien und nach einem Glühwein mit doch recht starkem Zimtgeschmack machten wir uns auf den Weg zum Einkaufszentrum "Galeries Lafayette"... naja, das ist wieder so ein Standard-Must-See, genau wie das Harrods in London oder Macy's in New York. OK, die Beleuchtung und die Eingangshalle waren sehr schön, außerdem kann man den "Geldsäcken" beim Einkaufen zusehen. Zum Abschluss des Tages machten wir noch eine kleine Stadtrundfahrt - tolle Sache, Eiffelturm, Champs Elysees schon mal bei Nacht gesehen.
Sonntags hieß es dann ordentlich Kultur tanken - was wäre ein Trip nach Paris ohne das Louvre? Zu unserem Glück war der Eintritt frei und so konnten wir uns ohne schlechtes Gewissen nach Besichtigung der Mona Lisa und dem letzten Abendmahl sowie einer Reihe kopfloser Römer nach knapp zwei Stunden auch schon wieder auf den Weg zum Invalidendom und der Moschee machen.
Das Wetter? Irgendwo zwischen Regen und Schneefall, garniert mit ein bisschen Wind. Naja, das gehört zu einem Winterstädtetrip dazu - und die Kamera hat's auch überlebt. Auf alle Fälle schauten wir uns noch zwei der letzten verbliebenen Passagen/Galerien, die einst so typisch für Paris waren, an. Galerie Vivienne und Galerie Colbert gibt es seit 1823 bzw. 1828 - ein besonderes Flair umgibt einen dort. Nach einem kurzen Snack zog es uns zum Roue de Paris, einem Riesenrad am unteren Ende der Champs Elysees - von dort aus spazierten wir die zwei Kilometer bis zum Arc de Triomphe hinauf, gesäumt von Christkindlmarkt-Standln auf beiden Seiten, Nobelboutiquen (eine Uhr um 44.000 €? Kein Problem.) und massenweise Touristen. Natürlich fanden auch Glühwein, Kastanien und Churros den Weg in unsere Mägen.
Zurück in Pigalle ging es vorbei an Sex-Shops und Pornokinos zum Moulin Rouge - die Preise für eine Show sind reiner Wucher, also schauten wir uns die rote Mühle von außen an und wärmten uns gegenüber mit einem Starbucks-Käffchen.
Am dritten Tag, dem 06.12., kam nicht der Nikolaus, sondern der Nebel - genau das richtige Wetter für eine Fahrt auf den Eiffelturm! So ist das eben wenn man Karten im Internet kauft - 06.12. um 09:30 müssen wir da hoch :)
Der Blick von der zweiten Aussichtsplattform war trotzdem sehr beeindruckend - ganz oben fegte uns der Wind um die Nasen und wir sahen absolut nichts, nur eine graue Wand. Ein paar Fotos und einen Eiffelturm-Christbaum-Stern später spendete uns ein schönes Heißgetränk die dringend benötigte Wärme.
Nachmittags machten wir uns auf den Weg zur Ile de la Cite, wo ein weiterer Paris-Klassiker auf uns wartete: Notre-Dame. Von außen schon überwältigend, offenbart sich im Inneren ihre ganze Schönheit. Auf der anderen Seite der Seine spazierten wir durch Marais, dem architektonisch schönsten Viertel der Stadt, inklusive dem jüdischen Viertel.
Später ging's nochmal zur Sacre Coeur, an deren Fuße geschätzte 50 Schwarzafrikaner auf vorzugsweise junge, naive Damen warteten um ihnen irgendeine Schnur um den Finger zu wickeln und ihnen somit das Geld aus der Tasche zu ziehen - sehr, sehr lästig, auch aufgrund der Tatsache, dass man von diesen Leuten geradezu umzingelt und betatscht wird... also schnell die Stiegen rauf und den Ausblick genießen. Mit dem Gorillapod bewaffnet fuhren wir abends nochmal zum Louvre und dem Place du Trocadero, um ein paar klassische Postkartenfotos zu machen :)
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Todes: Vormittags trieben wir uns auf dem Cimetiere du Pere Lachaise herum - dieser 1804 entstandene Friedhof ist der größte in Paris und beherbergt die sterblichen Überreste einer Menge bekannter Persönlichkeiten, unter anderen liegt Jim Morrison hier begraben. Eine eigenartige Stimmung, zu der auch das trübe Wetter und die Raben beitrugen. Derart "inspiriert" ging es weiter mit den Katakomben - in diesem riesigen unterirdischen System befinden sich die Knochen von mehr als 6 Millionen Menschen, streng nach Körperteilen sortiert.
Wieder an der frischen Luft ging es in den Jardin du Luxembourg, der sich uns tief verschneit präsentiert. Hier steht eine kleine (schwarze) Version der Freiheitsstatue. Die restliche Zeit des Tages nutzten wir für einen Besuch im Aquarium, abends ging's noch rauf auf den Tour Montparnasse.
Und dann war auch schon Mittwoch, Zeit für die Heimreise, bei der wir eine Menge Glück hatten - Nachmittags wurde der Flughafen aufgrund der stärksten Schneefälle, die Paris seit 20 Jahren erlebt hat, geschlossen :)
Alles in allem war es ein toller Kurztrip - die Stadt ist wunderschön, die Leute sind sehr freundlich und doch etwas überraschend (ja, das ist wohl ein Klischee) des Englischen mächtig.
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Hier noch der Copyright-Hinweis für das Nachtfoto vom Eiffelturm: "Copyright Tour Eiffel - Illuminations Pierre Bideau".








Spitzenbeitrag, mit Fotos, die die Qualitätslatte gleich mal ordentlich nach oben legen.
Weiter so - noch mehr Kurztrips!