From Chicago To New York - ein Reisebericht.

von Markus Rimml aus Arzl im Pitztal | am 05.09.2010 | 1557 mal gelesen | 4 Kommentare | 16 Bildkommentare | 200 Bilder
Der erste Abend in Chicago
 
Ein Portait mit dem neuen 50 f/1.8 :)
 
Ohne Worte
 
Geniales Frühstück bei "Lou Mitchell's"
 
Aussicht vom Willis Tower (ehem. Sears Tower)

Unsere Hochzeitsreise im August führte uns von Chicago über Detroit und die Niagarafälle nach New York - einige Eindrücke davon möchten wir hier zeigen, denn es war eine unglaublich schöne Reise!

Am 4. August kamen wir nach etwa 18-stündiger Anreise (ohne Zeitverschiebung) in Chicago an - und die Stadt empfing uns mit Regen und gefühlten 90 Prozent Luftfeuchtigkeit... Mit dem Flughafentaxi ging es dann zum Hotel, welches etwas südlich von Downtown lag. Nach dem Einchecken und einem gesunden Abendessen bei Subway machten wir uns auf den Weg in die Stadt - man kommt hier wirklich zu Fuß in kurzer Zeit sehr weit und kann somit meist auf die U-Bahn verzichten.

Tag zwei in der "windy city" startete mit einem typisch amerikanischem Frühstück bei Lou Mitchell's, einer Chicagoer Institution, die es seit 85 Jahren gibt. Gut gestärkt mit Pancakes und Rührei machten wir uns auf zum Willis Tower (ehem. Sears Tower) - das Wetter war akzeptabel, der Blick auch, dennoch ist der John Hancock Tower empfehlenswerter. Anschließend machten wir einen Spaziergang durch den Millenium Park - der 2004 angelegte Park ist eines der Highlights von Chicago. Den restlichen Tag verbrachten wir in Downtown und der North Side, um ihn mit einem atemberaubenden Blick vom John Hancock Center ausklingen zu lassen.

Freitags ging es in den Norden - genauer gesagt in den Lincoln Park (größte Grünfläche der Stadt) mit dem Chicago History Museum und dem 1868 gegründeten Zoo sowie anschließend nach Lakeview, Chicagos buntestem Stadtteil, Zentrum der Schwulenszene und Heimat des berühmtem Stadions "Wrigley Field". Wenn einen der Hunger überkommt, ist das RJ Grunts zu empfehlen - 70er-Jahre-Diner-Atmosphäre und gewaltige Burger sind hier zu bekommen.

Der nächste Tag bestand aus zwei Pflichtterminen in Chicago - dem Shedd Aquarium und dem Field Museum, beide nicht weit weg von unserem Hotel. Das Aquarium soll eines der schönsten der Welt sein - den Eindruck hatten wir zwar nicht, dennoch gab es eine Menge zu sehen. Auch das Field Museum ist sehr interessant, wobei man sich bei weitem nicht alles ansehen kann. Abends trafen wir unsere Reiseleitung, denn an diesem Tag begann die siebentägige Reise, die uns nach New York führte. Sonntags gab es die obligatorische Stadttour, nachmittags schauten wir uns noch das Adler Planetarium an. Am Abend fand eine Nachttour statt, bei der wir unter anderem mit dem Schiff den Chicago River entlang auf den See fuhren - eines der Highlights des Urlaubs!

Nach etwas mehr als vier Tagen in Chicago machten wir uns am Montag auf den Weg nach Detroit, der uns durch drei Bundesstaaten führte: Nach dem Verlassen von Chicago, Illinois fuhren wir durch Indiana (vorbei an Michael Jacksons Geburtsort Gary) mit seinen Industriegebieten und Michigan, wo es eigentlich nur Farmland zu sehen gab, in die einstige Autometropole am Lake Erie. Dort angekommen machten wir eine Rundfahrt mit dem People Mover, der eingerichtet wurde, damit die Leute nicht auf der Straße zu ihrem Arbeitsplatz im Renaissance Center gehen müssen, was zu gefährlich ist... ein Polizist begleitete uns während der etwa 15-minütigen Fahrt durch das Stadtzentrum. Es war mitten am Tag, mitten im Zentrum - doch die Stadt war wie ausgestorben, es waren kaum Leute auf den Straßen... nach der Wirtschaftskrise ist Detroit mehr oder weniger tot. Die, die es sich leisten konnten, haben die Stadt verlassen - diejenigen, die ihre Arbeit verloren mussten bleiben und sind zu einem großen Teil in die Kriminalität abgerutscht um zu überleben...

Im Anschluss besuchten wir das Henry Ford Museum (auch für "Nicht-Autofans" absolut zu empfehlen) in Dearborn und machten uns auf in unser Hotel, welches sich irgendwo im nirgendwo befand.

Dienstags ging es dann weiter in Richtung Niagarafälle - die ganze Strecke befand sich in Kanadas Bundesstaat Ontario und war wirklich sehenswert. Es ging vorbei an Städtchen wie Dresden, London, Paris oder Hamburg, bis wir letztendlich die Stadt Niagara Falls, immer noch in Kanada, erreichten. Hier gab es erstmal ein Mittagessen im Skylon Tower - die fantastische Aussicht auf die Fälle war inklusive. Danach machten wir einen Spaziergang entlang der Fälle und zum Abschluss des Nachmittages eine Fahrt mit der "Maid Of The Mist"... einfach nur beeindruckend!

Nach einem doch etwas lästigen Grenzübergang (seit dem 11.9. halten die Kanadier und die Amerikaner nicht mehr viel voneinander) bezogen wir unser Zimmer in Niagara Falls, diesmal in den USA im Bundesstaat New York. Abends ging es dann wieder zurück nach Kanada (nur ein Fußmarsch über eine Brücke) - mittlerweile ist die Stadt an den Fällen ein kleines Las Vegas geworden... man muss ja den Touristen ordentlich die Dollar aus den Taschen ziehen.

Der nächste Tag begann mit einem kurzen Besuch auf der Goat Island, anschließend begann die längste Etappe der Rundreise - es ging nach New York City! Wir fuhren vorbei an Batavia, Johnson City und Binghampton durch die Catskill Mountains durch den Staat New York mit seinen Wäldern und Hügeln, bis wir irgendwann den Staat New Jersey erreichten... dort begann sich der Verkehr zu verdichten und wir brauchten noch etwa zwei Stunden, um von Weehawken/Hoboken aus durch den Verkehrsknotenpunkt Lincoln Tunnel nach Manhattan zu gelangen. Nach einer etwa achtstündigen Fahrt kamen wir dann erschöpft in unserem Hotel in der 81st Street an.

Der nächste Vormittag bestand aus einer Stadtrundfahrt - und die ersten Eindrücke der Stadt waren schlicht und ergreifend überwältigend! Wir konnten uns einen tollen Überblick über Manhattan verschaffen, denn die Rundfahrt führte uns von Harlem durch die Upper West Side zum Central Park, über Midtown (inklusive dem obligatorischen Toilettenbesuch im Trump Tower), dem Flatiron Building, Little Italy und Chinatown bis herunter nach Lower Manhattan. Auch wenn das Wetter nicht perfekt war, hatten wir dennoch Glück: Dieser Donnerstag war der erste Tag seit langem, an dem es etwas "kälter" war - die Stadt hatte zuvor einen Rekordsommer mit konstanten 40° Celsius erlebt...

Nach einem Essen beim Italiener waren wir Nachmittags noch etwas in Midtown, der 5th Avenue und am Times Square unterwegs - wie heißt es so schön: Shop 'till you drop! Abends machten wir eine schöne Nachttour, bei der wir neben Ground Zero und dem Times Square (manchmal wird in den Vororten einfach für ein paar Stunden der Strom abgedreht, denn man braucht ihn hier) auch einen Abstecher zum Pier 17 (hier hat man einen tollen Blick auf Brooklyn-, Manhattan- und Williamsburg Bridge) sowie nach Brooklyn machten.

Der zehnte Tag unserer Reise begann mit einem Morgenspaziergang durch den Central Park, der sich schon ziemlich herbstlich präsentierte, und einem Besuch im bekannten Spielzeuggeschäft FAO Schwarz sowie dem Apple Store (iPad ausprobieren :)) in der 5th Avenue. Dann ging es runter nach Lower Manhattan, dem Finanzzentrum der Stadt inklusive Battery Park und Wall Street. Das ganze Viertel sowie die anschließenden Teile Chinatown und Little Italy kann man locker zu Fuß erkunden - in gewissen Gegenden Chinatowns sollte man allerdings einen Chinesen dabei haben, denn hier existiert kein Englisch. Zur Stärkung gab's Lasagne in "Piccolo Italia", bevor wir in die Szeneviertel SoHo und Greenwich Village aufbrachen - hier findet man die stylischsten Leute und lässigsten Shops der Stadt... und teilweise noch alte Pflastersteinstraßen.

Das Wetter am Abend war traumhaft, also machten wir uns auf zum East River auf Höhe der 42nd Street um eine zweistündige Schifffahrt mit der Circle Line zu genießen. Diese begann um 19 Uhr noch bei Tageslicht und führte an der Freiheitsstatue vorbei rund um Manhattan bis zum UN-Gebäude und dann bei Dunkelheit wieder zurück - ein "Muss" wenn man in New York ist!

Anschließend hieß es um 3 Uhr "Tagwache", denn wir machten uns auf den Weg nach Washington. Mit dem Zug ging es vorbei an Baltimore, Delaware und Philadelphia in die Landeshauptstadt, in der wir eine ausführliche Stadttour machten - in italienisch und englisch. Alles begann am Capitol Hill - kein Gebäude in der Stadt darf höher sein als dieser, denn "nichts steht über der Demokratie". Dann ging es weiter durch das Regierungs- und Botschafterviertel über das Weiße Haus bis zu den ganzen Memorials... typisch amerikanisch halt. Wir sahen das Korea Memorial, Vietnam Memorial, Lincoln Memorial und ein allgemeines Memorial für alle, die in den Kriegen gedient haben.

Anschließend ging es, im Kleinbus inmitten von Italienern, weiter nach Arlington und vorbei am Pentagon zum National Cemetery, wo alle US-Gefallenen der beiden Weltkriege begraben sind, und den Kennedy-Gräbern. Damit hatten wir alles gesehen, was der Standardtourist in dieser Stadt sehen muss und wir verbrachten die restlichen Stunden im National Air And Space Museum, das wie alle anderen Museen in der Stadt keinen Eintritt kostet. Der AMTRAK-Zug brachte uns in etwas mehr als drei Stunden wieder zurück in den Big Apple.

Den Vormittag des nächsten Tages verbrachten wir in Harlem, mittlerweile eines der schönsten Viertel Manhattans. Wir konnten das Flair dieser Gegend auf der 125th Street mit dem berühmten Apollo Theatre und Kunstwerken von Franco inhalieren, sahen uns das City College und einige bekannte Häuser an und beendeten die Tour mit einem mitreißenden Gospelgottesdienst in einer protestantischen Kirche. Wieder zurück in Midtown, verspeisten wir die besten Burger der Stadt - in einem Lokal namens Shake Shack, ein absoluter Geheimtipp! Abends sahen wir uns am Broadway noch das Musical "Chicago" an.

Tags darauf besuchten wir trotz schlechtem Wetters das Empire State Building - eine gute Entscheidung, denn wir mussten keine fünf Minuten warten, bis wir oben waren... bei gutem Wetter steht man hier mindestens eine Stunde! Der Ausblick war natürlich trotzdem gewaltig, allerdings würden wir hier, wenn man nur Zeit für einen "Turm" hat, das Rockefeller Center empfehlen. Einziger Vorteil des Empire: Man sieht das Chrysler Building in seiner ganzen Pracht. Anschließend wurde es Zeit für etwas Kultur - und zwar im Guggenheim Museum.

Nach so viel Manhattan wurde es Zeit für ein bisschen Abwechslung, und so setzten wir uns in die Subway nach Queens, genauer gesagt nach Flushing Meadows. Im dortigen Flushing Meadows Park finden jedes Jahr die US Open statt, außerdem steht hier das Wahrzeichen von Queens, die Weltkugel Unisphere. Als "King Of Queens"-Fans darf natürlich ein Eis beim Lemon Ice King Of Corona nicht fehlen :)

Zurück in Manhattan machten wir einen Abstecher zum Highline Park in Chelsea, der auf einem alten Bahngleis errichtet wird, und besuchten abends das Rockefeller Center.

An unserem vorletzten Tag verschlug es uns ganz in den Süden Brooklyns nach Coney Island. Interessante Leute, interessante Geschichte und vor allem das Meer! Nach einer kleinen Stärkung bei Nathan's ging es hoch in den Norden Brooklyns zum Grand Army Plaza am Rande des Prospects Parks, von wo aus wir durch die schönen und gemütlichen Viertel Park Slope und Carrol Gardens zur Brooklyn Bridge spazierten. Auch das ist so ein "Must" wenn man in der Stadt ist - bei Sonnenuntergang über die Brücke nach Manhattan schlendern - einfach herrlich... Als wir wieder zurück ins Hotel kamen, fanden wir anstatt des Spiegels im Badezimmer einen Durchbruch ins gegenüberliegende Zimmer vor - hat man auch nicht alle Tage :)

Dann brach auch schon der letzte Tag an und wir tankten nach einem Abstecher in den Central Park noch etwas Kultur im MoMa - dort findet man Kunstwerke von Picasso, Klimt, Warhol und so weiter, aber auch Möbel und Fotografien... kurz gesagt, ein sehr interessantes Museum mit interessanten Besuchern. Bevor wir vom Flughafentaxi abgeholt wurden, schmausten wir noch bei TGI Friday's und schauten uns die M&M's World am Times Square an - unglaublich was man aus einer Marke alles machen kann!

Unser Fazit: Es war absolut gewaltig - zwei fantastische Städte, dazwischen die überwältigenden Niagarafälle... ein Traum!

PS.: Hier findet ihr noch ein paar Panoramen aus Chicago und New York sowie von den Niagara Fällen!

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Ingrid Schönnach aus Tarrenz am 05.09.2010 um 17:38 Uhr  
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Daniela Sternberger aus Sölden am 08.09.2010 um 10:50 Uhr  
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Markus Rimml aus Arzl im Pitztal am 15.09.2010 um 15:05 Uhr  
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Markus Rimml aus Arzl im Pitztal am 19.08.2011 um 07:56 Uhr  
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