Barcelona & Lissabon - Ein Reisebericht

Sagrada Familia outside
 
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Sagrada Familia inside
 
Innenhof der Casa Mila
 
Dach der Casa Mila
 
Einer der tollen Kamine

Samstagnacht, ca. 00:10 Uhr, Flughafen Barcelona: Zwei Österreicher auf der Suche nach dem richtigen Bus ins Stadtzentrum - diese gestaltete sich aufgrund einer Verwechslung etwas schwierig und endete schließlich mit einer knapp 90-minütigen Odyssee aus gefühlten 48 Stationen mit dem Nachtbus, einer U-Bahn-Fahrt und einem Fußmarsch um kurz vor 2 Uhr im Hotel Rafael Diagonal Port. Nun hieß es erst einmal schlafen und Kraft tanken für den ersten „richtigen“ Tag in Barcelona.

Es war Ostersonntag, doch in der Sagrada Familia bekam man davon nichts mit – keinerlei österliche Dekoration, keine Messe und auch der Osterhase zeigte sich nicht. Nach einer knappen Stunde des Wartens und einem saftigen Eintrittspreis waren wir schlichtweg beeindruckt von der gewaltigen Schönheit dieser Kirche. Man fragt sich immer wieder wie es vor so langer Zeit möglich war, solche architektonischen Meisterleistungen zu vollbringen. Neueste Deadline für die komplette Fertigstellung der „Unvollendeten“ ist übrigens das Jahr 2026 – die Bauzeit würde dann 144 Jahre betragen.

Bevor Gaudí sich voll und ganz der Sagrada Familia widmete, baute er die Casa Milà, unseren nächsten Programmpunkt, ein „Must See“ für jeden Barcelona-Touristen – was sich naturgemäß in der Anzahl der Wartenden wiederspiegelte. Doch erstmal im herrlichen Innenhof angekommen, konnten wir das Dach mit den bekannten Kaminen sowie eine der Wohnungen, in denen Gaudí selbst gelebt hat, besichtigen. Anschließend machten sich nicht nur unsere Fußsohlen, sondern auch der Magen bemerkbar – Zeit, sich die Bäuche mit fantastischen katalanischen Tapas vollzuschlagen.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im Park Güell, der neben Unmengen an Touristen auch einige schöne Aussichtspunkte zu bieten hat und in den Jahren 1900-1914 von Gaudí (wie sollte es auch anders sein?) erschaffen wurde. Ausklingen ließen wir diesen schönen Tag beim Font Màgica – einem Brunnen, bei dem die Fontänen unter einem Lichtspiel, begleitet von klassischer Musik, in mehr als 50 Farben erstrahlen.


Tag Zwei begann mit einem Espresso im legendären Cafe Zürich am Placa de Catalunya – früher fuhren von hier die Züge in die Vororte ab, heute ist es ein tolle Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Ramblas, die „Flaniermeile“ Barcelonas. Umringt von Touristen drängten wir uns vorbei an diversen Ständen, die von Kaffee, Kebap und Karten bis hin zu Kanarienvögeln alles Mögliche zum Verkauf anboten… naja, man muss mal da gewesen sein, ich persönlich kann damit nicht sehr viel anfangen. Viel empfehlenswerter ist es, seinen Blick auch ab und zu in die Seitengassen schweifen zu lassen, denn dort finden sich oft wunderschöne Plätze und Hinterhöfe mit gemütlichen Cafes, abseits der Touristenmassen. Die Rambles enden am Hafen, dort hat man von der Kolumbussäule aus einen herrlichen Blick über die Stadt und das Meer.

Das Wetter an diesem Ostermontag war nicht gerade sommerlich – bei gerade mal 16° Celsius zogen wir es vor, ein paar Stunden im Aquarium zu verbringen und anschließend im Hafen zu essen. Nachmittags trieben wir uns noch etwas in den engen und verwinkelten Gassen des Barri Gotic herum und schauten am Place dels Angels bei einem weiteren Espresso den verschiedensten Typen beim Skaten zu. Anschließend ging’s zurück ins Hotel, um uns nach einem kleinen Strandspaziergang inklusive Abendsonne im Viertel Born herrlichen kulinarischen Hochgenüssen hinzugeben.

Etwas später an diesem Abend schauten wir noch in der einzigen Icebar der Welt, die an einem Strand liegt, vorbei. Im Eintrittspreis in dieses „Kühlhaus“ eingeschlossen sind eine dicke Jacke, Handschuhe und ein Drink, der stilecht aus einem Glas aus Eis genossen wird.


Am Dienstag starteten wir mit einem Besuch im Schokolademuseum und fuhren dann nochmal zu den Rambles um den La Boqueria – Markt zu besuchen. Hier gibt es einfach alles – Früchte, Gemüse, Nüsse, Käse, Süßes, Fisch, Meeresfrüchte und jegliche Rinderinnereien werden hier opulent präsentiert. Ein absolutes Fest für die Sinne, wobei Schafsköpfe und lebende Krustentiere wohl auch nicht jedermanns Sache sind J

Für mich als Barca-Fan ein absolutes Muss war die Besichtigung des Stadions Camp Nou, welches das Größte Europas ist. Neben einem Museum mit einer unglaublichen Anzahl an Pokalen sieht man die Kabinen und den Pressebereich, außerdem kann man durch den Spielertunnel fast bis auf den „heiligen Rasen“ gehen. Nachdem man die Haupttribüne mitsamt Reporterkabinen hinter sich gelassen hat, steht naturgemäß der riesige Fanshop zum Shoppen bereit.

Abends genehmigten wir uns nach ein paar gemütlichen Stunden in den Vierteln Raval und Barceloneta die beste Paella der Stadt im Cheriff.


Der nächste Tag in Barcelona war leider auch schon der Letzte. Vormittags fuhren wir begleitet von einem Guide mit klassischen Holland-Fahrrädern durch die Stadt – eine ganz neue und absolut empfehlenswerte Erfahrung!

Ein paar baskische Tapas und einen Abstecher zum La Boqueria – Markt später machten wir uns auf den Weg zur U-Bahn-Station Paral.lel, um von dort aus mittels einer weiteren kleinen U-Bahn und einer Gondelbahn auf den Montjuic zu gelangen. Von dort oben hat man eine traumhafte Aussicht auf die Stadt und den Frachthafen.

Den letzten Abend verbrachten wir bei einem fantastischen Essen im „Set Portes“, einem alten Traditionsrestaurant, dessen Besuch absolut empfehlenswert ist!

Alles in allem hat es uns in Barcelona sehr gut gefallen – die Stadt ist sehr vielfältig, das mediterrane Flair allgegenwärtig und die Lage am Meer ist herrlich. Auch kulinarisch kommt man hier voll auf seine Kosten.


Nach vier schönen Tagen der Stadt am Mittelmeer machten wir uns am Donnerstag auf den Weg nach Lissabon, welches durch die Zeitverschiebung in nur einer Flugstunde zu erreichen ist. Da der Flughafen nicht weit vom Stadtzentrum entfernt ist, kamen wir in kürzester Zeit beim absolut zentral gelegenen Hotel Americano an, welches einen Nachteil hatte: Man konnte in unserem Zimmer nur an zwei Punkten aufrecht stehen :)

Es heißt, in Lissabon geht es von jedem Punkt aus bergauf, egal wo man sich befindet – diese Tatsache wurde uns klar, als wir aus dem Hotel gingen und in die erste Gasse einbogen. Stufen über Stufen und steile Aufstiege bescherten uns wenige Minuten später bei einer flüssigen Abkühlung am Miradouro Sao Pedro de Alcantara einen ersten fantastischen Ausblick über die Stadt bis hinüber zum Castelo de Sao Jorge, dem Wahrzeichen Lissabons.

Den restlichen Tag nutzen wir damit, uns bei einer Fahrt mit einem oben offenen Touristenbus mit der Stadt vertraut zu machen – man bezahlt ca. 13 € und kann zwei Tage lang auf zwei Linien so oft durch die Stadt fahren wie man möchte. Einziger Nachteil: Wenn man Pech hat, weiß man nach der Fahrt wie sich Zweige und Blätter im Gesicht anfühlen.

„Haschisch, Marihuana, Grass?“ – diese Worte vernahmen wir am Abend überraschend oft, als wir vom Rossio (dem Hauptplatz) eine typische Touristengasse entlang schlenderten… Drogendealer und nordafrikanische Schundverkäufer versuchten hier, ihre Ware an den Tourist zu bringen. Sobald es auch nur einen Tropfen regnete, gesellte sich eine weitere Spezies in diesen bunten Reigen: Der Regenschirmverkäufer! Diese lästigen Zeitgenossen mussten, sobald sich das Wetter besserte, allerdings den Sonnenbrillendealern in ihren Anzügen weichen.


Der nächste Tag begann mit einem Kurzbesuch des Cemitério dos Prazeres – dieser 1835 gegründete Friedhof ist zugleich Ausgangspunkt einer Fahrt mit der berühmten Straßenbahnlinie Nr. 28, die sich durch die engsten Gassen der Altstadtviertel schlängelt, teilweise nur eine Handbreit von den Hauswänden entfernt. Wir rumpelten mit der „Electrico“ fast bis zur Endstation und stiegen beim Miradouro Santa Luzia aus, einem der vielen Aussichtspunkte in der Stadt – inklusive kitschigem Fado-Sänger mit schauspielerischem Talent, denn sobald jemand seine Kamera zückte, wich sein gelangweilter Ausdruck einer unglaublich emotionalen, melancholischen Visage. Übrigens werden die Särge auf diesem Friedhof nicht eingegraben, sondern in den kleinen "Häuschen" aufgestellt (siehe Foto) - sehr makaber...

Anschließend war es nicht mehr weit zum Castelo de Sao Jorge, einer mittelalterlichen Burg hoch über Lissabon, die ein guter Tipp für den ersten Tag in der Stadt ist, denn von dort oben kann man sich einen wunderbaren Überblick verschaffen. Den Rückweg bahnten wir uns bei schönstem Wetter durch die Alfama, das Altstadtviertel – wieder ganz unten am Ufer des Tejo angekommen dauerte es nicht lange bis es auf einmal anfing aus Kübeln zu schütten und wir von oben bis unten durchgenässt ins Hotel flüchteten. Wieder trocken, ließen wir den Tag bei einer genialen Eiskreation im Häagen-Dazs (unbedingt probieren!) und einem indischen Mahl im Barrio Alto, der Oberstadt, ausklingen.


Samstag war das Wetter dann auch nicht viel besser – was würde sich daher besser anbieten als ein Besuch im Amoreiras Shopping-Center de Lisboa? Erstmal ein Espresso, dann noch etwas herumschauen und die Sache war erledigt. Anschließend spazierten wir durch den Parque Eduardo VII und entlang der Lissabonner 5th Avenue, der Avenida da Liberdade, wieder ganz nach unten, um bei strömendem Regen nur von einem Sonnenschirm geschützt ein Toast zu genießen.

Nachmittags stand dann ein Ausflug ins Lissabonner Umland auf dem Programm – doch bis wir beim Bus ankamen, wurden wir erneut pitschnass. Erster Stopp der Fahrt war das ca. 30 km entfernte Städtchen Sintra, wo wir den Nationalpalast besichtigten. Anschließen ging es durch schöne Korkwälder zum westlichsten Punkt Europas, dem Cabo da Roca. Zum Glück besserte sich das Wetter etwas, denn hier war es wirklich sehr schön – leider gab mein Weitwinkel-Objektiv hier endgültig den Geist auf. Dann fuhren wir entlang der „portugiesischen Riviera“ vorbei an den kleinen Badeörtchen Cascais und Estoril wieder zurück nach Lissabon.


Am Sonntag besuchten wir das etwas vorgelagerte Viertel Belém. Hier machte im Jahre 1493 schon Kolumbus halt und Vasco da Gama nutzte den ehemaligen Lissabonner Vorort als Startpunkt seiner Entdeckungsreise nach Indien. Heutzutage kann man hier den Torre de Belem, das Hieronymitenkloster sowie das Denkmal der Entdeckungen besichtigen – außerdem werden in der Fábrica dos Pastéis des Bélem seit 1837 die bekannten (und schmackhaften) „Pastéis de Bélem“ hergestellt, kleine Teigtaschen mit Vanillefüllung.

Nachmittags fuhren wir nach Parque das Nacoes – hier fand 1998 die Weltausstellung EXPO statt und man kann mit einer Gondelbahn einen Kilometer am Tejo entlang schweben. Einen würdigen Abschluss fand der Tag im Traditionsrestaurant „Leao d'Ouro“, wenige Meter vom Hotel entfernt, bei einem typisch portugiesischen Essen.


An unserem vorletzten Tag in der Stadt hatten wir eigentlich vor, ein paar Museen zu besuchen – doch egal welches wir uns aussuchten, sie alle hatten montags geschlossen… daher verbrachten wir den Vormittag im schönen Lissabonner Zoo. Hier könnte man eigentlich mit einer kleinen „Schwebebahn“ über die Tiere und Gehege gleiten, doch auch diese hatte ausgerechnet an diesem 02. Mai geschlossen. Allerdings gab es einen Tierfriedhof und einen Affenausbruch zu bestaunen :)

Das Alternativprogramm für den Nachmittag war dann eine Fahrt mit der zweiten Linie des Touristenbusses durch die östlichen und nördlichen Stadtteile mitsamt einer Fado-Dauerberieselung durch die Ohrstöpsel, die eigentlich für Informationen gedacht waren. Allerdings waren gefühlte 1% Hintergrundinfos, die restlichen 99% bestanden aus besagter Musik. Davon mussten wir uns anschließend bei einem Eis bei Häagen-Dazs erholen…

Die Sonne lachte an diesem Tag auch wieder, es hatte knapp 30° und auch der Abend war richtig schön, sodass wir eigentlich im "Ponto Final" essen wollten, einem Pflichttermin wenn man hier ist. Aber es war Montag. Ratet mal. Genau, auch dieses Restaurant hatte geschlossen... doch dank dem herrlichen Wetter hatten wir eine tolle Alternative: Mit dem Elevador Santa Justa, einem Lift, der die Unter- mit der Oberstadt verbindet, fuhren wir zur Carmo-Kirche hoch und genossen dort beim Italiener unter portugiesischem Himmel einen letzten atemberaubenden Blick über diese wunderschöne Stadt.


Tags darauf war unser Urlaub auch schon wieder zu Ende – am frühen Morgen hieß es Abschied nehmen von einer kleinen, aber sehr feinen Stadt!

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Franz Schreiner aus Rum am 04.06.2011 um 17:18 Uhr  
659
Markus Rimml aus Arzl im Pitztal am 05.06.2011 um 12:01 Uhr  
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Alois Fischer aus Wien-23 Liesing am 05.06.2011 um 19:28 Uhr  
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Peter Krackowizer aus Anif am 06.06.2011 um 13:35 Uhr  
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Friederike Neumayer aus Absdorf am 07.06.2011 um 08:01 Uhr  
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Günther Vitus Gludovaz aus Güttenbach am 07.06.2011 um 20:21 Uhr  
659
Markus Rimml aus Arzl im Pitztal am 15.06.2011 um 13:39 Uhr  
821
Ruediger Reinisch aus Groß-Enzersdorf am 19.06.2011 um 21:18 Uhr  
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