Harvester wüteten in der Forstheide
Wahrscheinlich aus für Schotterabbau in der Forstheide, massive Schlägerungen sorgen für Aufregung
Amstetten. Matthias Hatschek hat die Forstheide gekauft, um sie wirtschaftlich zu nutzen. Dabei kollidieren seine Interessen immer wieder mit denen der Lokalpolitik und der Anrainer. Zwei Harvester zogen nun eine Spur der Verwüstung.
Wer derzeit durch den Heidewald zwischen Amstetten und Ulmerfeld-Hausmening wandert, traut seinen Augen nicht: Umgeknickte Bäume, zerstörtes Unterholz, aufgewühlter Boden und mancherorts fast kahle Flecken, an denen kein größerer Baum mehr steht.
Die moderne Forstwirtschaft hat mit zwei Harvestern im Naherholungsparadies Einzug gehalten. Forstbesitzer Matthias Hatschek hat den alten Föhrenbestand radikal dezimiert und unzählige Festmeter Holz geschlägert.
Kollateralschäden sind enorm
Der Einsatz des Harvesters ist wirtschaftlich letzter Stand der Technik. Die Schlägerungen sind auch vollkommen rechtens. Das erfuhr die Stadtgemeinde auf Anfrage bei Bezirksförster Friedrich Hinterleitner.
Die alten Föhren seien als standortfremde Hölzer ohnehin prädestiniert, einmal dem Sturm zum Opfer zu fallen.
Doch auch so hat hier schon ein Orkan gewütet: Viele Wander- und Walkingstrecken sind durch Äste blockiert oder enden im kniehohen Matsch.
Ortsvorsteher Brandl möchte eine Wiederherstellung der Wege. „Ich hoffe, dass alles in einen Zustand gebracht wird, dass man wieder walken und laufen kann. Ich bin nicht der einzige, ich rede mit den Leuten, die schütteln auch den Kopf, “ artikuliert er den Unmut der Bevölkerung.
Umweltgemeinderat Wagner setzt auf die Natur: „Es ist eine wilde Vorgangsweise und momentan eine schier unerträgliche Situation, aber es besteht die Hoffnung, dass das wieder ansprechend wird. Der Wald wird auf jeden Fall nicht so zerstört, wie wenn Herr Hatschek Schotter entnimmt.“
Schotterabbau nicht genehmigt
In der Frage des Schotterabbaus kann sich die Stadt über einen ersten Erfolg freuen. Das Beweisverfahren ist abgeschlossen. Matthias Hatschek darf nur 500 m3 Schotter entnehmen. Er hat eine Einspruchsfrist von 14 Tagen, dann ergeht ein negativer Bescheid. Er war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
